20 Jahre, fünf Alben, große Festivalbühnen und immer noch jede Menge Wucht: Die Epic-Death-Metal-Band Kambrium aus Helmstedt feiert Jubiläum. Im Interview sprechen die Musiker über ihre Anfänge, den Weg von der „Lebensexplosion“ bis zum Auftritt beim Rockharz Open Air, ihren unverwechselbaren Sound zwischen Orchester, harten Riffs und Chören und warum Wacken noch immer auf der Wunschliste steht. Ein Gespräch über Träume, Technik, Durchhaltevermögen und zwei Jahrzehnte Metal-Leidenschaft. Ein großes Highlight für die Musiker ist ihr Jubiläumskonzert, das sie am Samstag, den 21. Februar, im KuFa-Haus in Braunschweig spielen. Mit dabei sind nicht nur die aktuellen Mitglieder Martin Simon, Jan Hein, Karsten Simon und Adrian Hermet, sondern auch Gäste wie der ehemalige Gitarrist Maximilian Werner.
Beschreibt doch mal den Sound von Kambrium.
Karsten: Wir machen epischen Death-Metal mit viel Melodie und Keyboard.
Martin: Viel Orchester, viel Chöre, harte Gitarren, abwechslungsreicher Gesang: Klargesang, Schreigesang. Wir haben es Epic-Death-Metal genannt. Andere würden es anders nennen, eine Mischung aus Power-Metal und Death-Metal oder Symphonic-Metal oder was auch immer. Es ist nicht immer ganz einfach.
Adrian: Das Feedback unserer Kunden (Gelächter der Bandkollegen) ist häufig sehr laut, die haben Power. Das ist wohl so eine Sache bei uns.

Wie seid ihr zu eurem Namen Kambrium überhaupt gekommen?
Martin: Wie jede gute Geschichte, fängt sie damit an, dass wir zusammensaßen und keinen Tee getrunken haben, aber es war trotzdem feuchtfröhlich. Wir waren alle um die 16 Jahre alt, haben alle viel Metal gehört und einen Umtrunk gehabt und abends bei unserem damaligen Schlagzeuger gesessen und meinten: Wir müssten eigentlich mal eine Band zusammen gründen. Und unser damaliger Gitarrist hat gesagt, wir sind quasi am Anfang. Als die Erde damals quasi am Anfang war, da hieß das Erdzeitalter Kambrium. Und weil die Band damals am Anfang war und sich gerade gegründet hat, haben wir uns Kambrium genannt. Außerdem hat im Kambrium die sogenannte Lebensexplosion stattgefunden. Das hat auch irgendwie gepasst, weil wir auch explosiv auf der Bühne etwas darstellen wollten.
Max: Ich kenne auch eine Geschichte, als ich in die Band kam, kam natürlich auch die Frage auf: Wo kommt der Name eigentlich her. Mir wurde gesagt: Kambrium, die Lebensexplosion, aber wir machen ja auch Death Metal. Etwas im Totenzeitalter wäre schon geiler, aber Prä-Kambrium klingt halt scheiße.
Karsten: Es war auch kurz Prä-Kambrium. Vielleicht sagt er (Martin) auch jedes Mal eine andere Geschichte. Ich kenne das auch so, dass die erste Idee Prä-Kambrium war. Aber Prä-Kambrium kann man live nicht rufen. Kambrium, Kambrium, Kambrium, das geht, aber mit Prä funktioniert das nicht, deswegen haben wir es weggestrichen.

Ihr habt ja jetzt 20-jähriges Jubiläum. Wie habt ihr euch in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt?
Karsten: Enorm. Man muss dazusagen, dass fast alle unserer Songs von unserem Keyboarder, vom Jan, kommen, der heute leider nicht da ist. Er hat irgendwann angefangen, Songs zu schreiben. Man merkt deutlich an seinen ersten Entwürfen vom ersten Album zu wie sich das ganze weiterentwickelt hat, wie sich das ganze musikalische Konstrukt entwickelt hat. Ein Musiker identifiziert sich ja immer mit dem, was er gerade rausgebracht hat. Wenn du zum Musiker gehst und sagst „Ich fand aber euer erstes Album besser als was ihr jetzt macht“, dann ist er vielleicht etwas enttäuscht, weil er denkt: Das, was wir jetzt geschaffen haben, ist das, wo wir stehen, wo wir sind. Wenn man sich die Alben durchhört, kann man sich die musikalische Reise, die wir hingelegt haben von unseren Jugendjahren bis jetzt nachverfolgen.
In einem folgenden Artikel wird das Interview fortgesetzt.
Beitragsbild: Während der Proben nutzen die Musiker schon ihre Kopfhörer, um die Instrumente aufeinander abzustimmen. Fotos: Sophie Weinmann
