Der Erweiterungsbau am Gymnasium im Schloss (GiS) von Wolfenbüttel nimmt Gestalt an. Am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, feierten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bauwirtschaft und Schulgemeinschaft das Richtfest für den Neubau. Die Stadt investiert rund 18,9 Millionen Euro in das Projekt, das bis Ende 2027 fertiggestellt werden soll.
27 neue Räume auf drei Etagen
Mit dem sogenannten „Entlastungsbau II“ erhält das größte Gymnasium der Stadt zusätzliche Unterrichts- und Fachräume. Insgesamt 27 Räume entstehen auf drei Etagen. Im Erdgeschoss sind künftig die Fachbereiche Kunst und Darstellendes Spiel untergebracht. Im zweiten Obergeschoss entsteht ein modernisierter Biologietrakt.
Der Neubau soll auch eine jahrelange Übergangslösung beenden: Die bisherigen Unterrichtscontainer im Apfelgarten und an der ehemaligen Landwirtschaftsschule können damit perspektivisch entfallen. Ziel ist ein zusammenhängender, zeitgemäßer Bildungscampus.



Historische Kasematte als bauliche Herausforderung
Besondere Anforderungen stellte die unmittelbare Nachbarschaft zu einer historischen Festungskasematte. Das Relikt musste bereits vor und während der Gründungsarbeiten aufwendig gesichert werden. Das Architekturbüro Struhk hat es zugleich in die Gestaltung der Außenanlagen einbezogen.



Auch städtebaulich soll der Neubau eine wichtige Rolle übernehmen: Zusammen mit der Landesmusikakademie und dem Jugendgästehaus bildet er eine Art Tor zum benachbarten Seeliger-Park.
Richtkrone aus eigener Herstellung
Die Planungen begannen im Mai 2022, die Grundsteinlegung folgte im September 2025. Trotz witterungsbedingter Verzögerungen zu Jahresbeginn schreiten die Rohbauarbeiten voran.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 18,9 Millionen Euro. Neben städtischen Eigenmitteln fließen 1,22 Millionen Euro Bundesförderung über die KfW in das Vorhaben. Anpassungen bei Kosten und Flächen seien vor allem auf gestiegene Anforderungen des Schulbetriebs zurückzuführen.
Für den traditionellen Höhepunkt sorgte Martin Ziaja von der ausführenden Firma Holzbau Schaab mit dem Richtspruch. Die Richtkrone selbst war ein Projekt des städtischen Grünflächenamts: Sie wurde im Rahmen der Ausbildung gefertigt, mit Schwarzwaldtanne gebunden und mit Bändern in den Stadtfarben Rot, Weiß und Blau geschmückt. Den musikalischen Auftakt gestaltete die Big Band des Gymnasiums unter Leitung von Florian Sievers.
Beitragsbild: Gebührend fürs Richtfest setzten die Beteiligten dem Gebäude die Richtkrone auf. Fotos: Stadt Wolfenbüttel
