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Königslutters neuer Bürgermeister Marc Schneider setzt auf Digitalisierung, schnellere Verwaltungsabläufe und mehr Zusammenarbeit.

Aus der Kanzlei ins Rathaus: Das hat Marc Schneider vor

Vom Arbeitsalltag in einer Kanzlei mit zwölf bis 20 Mitarbeitern an die Spitze einer Stadtverwaltung mit rund 250 Beschäftigten: Für den neuen Bürgermeister von Königslutter, Marc Schneider (CDU), beginnt mit der neuen Legislaturperiode ein neues Kapitel.

Der Wechsel aus der Kanzlei „Eckert & Kollegen Rechtsanwälte“ an die Spitze der Stadtverwaltung findet Schneider herausfordernd im positiven Sinne. Schneider muss nicht nur politische Verantwortung übernehmen, sondern auch eine deutlich größere Organisation übernehmen.

Schneider freut sich über seine intensive Einarbeitung, die sein Vorgänger Alexander Hoppe übernommen hat. Bereits im Oktober war er halbtags in der Stadtverwaltung tätig und begleitete den scheidenden Bürgermeister Alexander Hoppe bei dessen Terminen. Dabei konnte er erste Einblicke in die Abläufe im Rathaus gewinnen und bereits zahlreiche Mitarbeiter sowie Ansprechpartner kennenlernen. Die Möglichkeit, den Amtswechsel auf diese Weise vorzubereiten, habe ihm den Einstieg erleichtert.

Digitalisierung soll zuerst kommen

Eines seiner ersten Schwerpunktthemen ist die Modernisierung der Verwaltung. Schneider sieht insbesondere bei der Digitalisierung Nachholbedarf. Ein Arbeitskreis soll sich zunächst mit dem Thema beschäftigen. Langfristig sollen Bürger mehr Behördengänge digital erledigen können, etwa Passanträge oder Angelegenheiten rund um das Standesamt.

Königslutters neuer Bürgermeister Marc Schneider setzt auf Digitalisierung, schnellere Verwaltungsabläufe und mehr Zusammenarbeit.
Die Stadtverwaltung teilt sich auf zwei Gebäude am Markt (gelb und orange) in Königslutter auf

Dabei plant er auf seine Erfahrung in der Anwaltskanzlei zurückzugreifen. „Ich habe den Prozess ja einmal schon durch“, erklärt Schneider. In der Kanzlei digitalisierten die Mitarbeitenden ihre Prozesse wegen neuer Vorgaben. Die Stadtverwaltung hat zwar keine Fristen dahingehend, die Digitalisierung soll dennoch zeitnah umgesetzt werden.

Schnellere Entscheidungen und bessere Erreichbarkeit

Auch die Bearbeitung von Bürgeranliegen möchte Schneider transparenter gestalten. Vorgänge sollen nachvollziehbarer werden, feste Ansprechpartner und klare Bearbeitungszeiten entstehen. Dafür kann er sich ein System vorstellen, bei dem jede Anfrage klare Ansprechpartner und erwartbare Bearbeitungszeiten hat. Verkürzen werde das die Zeiten nicht, aber Bürger sollen realistisch einschätzen können, wie lange etwas dauert.

Zudem soll die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern besser werden. Social Media spielt dabei laut Schneider eine wichtige Rolle. Eine dafür vorgesehene Stelle soll die Informationen über politische Entscheidungen, Verwaltungsarbeit und Veranstaltungen verbessern.

Weniger Lagerdenken, mehr gemeinsame Lösungen

Auch die politische Zusammenarbeit möchte Schneider verändern. Trotz seiner CDU-Mitgliedschaft versteht er sich ausdrücklich als Bürgermeister der gesamten Stadt. „Hier sitzt nicht der Bürgermeister von und für die CDU, sondern hier sitzt der neue Bürgermeister von Königslutter“, betont er.

Er wünsche sich, dass die Ratsfraktionen stärker über Sachthemen zusammenarbeiten und gemeinsame Lösungen finden. „Gemeinsam kriegt man mehr hin, auf jeden Fall.“

Gewerbegebiete und wirtschaftliche Entwicklung

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist für Schneider die Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Bestehende Unternehmen sollen Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, gleichzeitig möchte Schneider neue Firmen für Königslutter gewinnen. Besonders auf das Gewerbegebiet Scheppau setzt er dabei große Hoffnungen.

Unterstützung soll von der Wirtschaftsregion kommen, die über entsprechende Kontakte und Erfahrung bei der Vermarktung verfügt. Auch für die Umsetzung der A39 spricht sich Schneider deutlich aus.

Neben der Modernisierung der Verwaltung und der wirtschaftlichen Entwicklung spielt laut Schneider auch das gesellschaftliche Leben eine wichtige Rolle für die Zukunft Königslutters. Vereine, Ehrenamt und kulturelle Angebote tragen wesentlich zum Zusammenhalt in der Stadt und ihren Ortsteilen bei.

Der Bürgermeister will das kulturelle Leben vor Ort unterstützen. Ohne Veranstaltungen und Vereine wäre die Stadt als Wohn- und Arbeitsort unattraktiv. Schneider will dabei das Gegenteil bewirken.

Beitragsbild: Marc Schneider freut sich über seine neue Aufgabe als Bürgermeister. Foto: Sophie Weinmann

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