Mathematische Auffälligkeiten bei der Kommunalwahl haben in Veltheim (Ohe) offenbar Auswirkungen auf das Wahlergebnis und die Sitzverteilung im Gemeinderat. Nachdem 200 Stimmen während der originalen Auszählung vergessen worden waren, war die Verteilung der Sitze auf die gewählten Parteien und einzelnen Politiker falsch.
Mittlerweile sind die fehlenden Stimmen ausgezählt, wie Bürgermeister Marco Kelb (CDU) in einem Podcast mitteilt. Das hat aber einige Folgen für Veltheim (Ohe). Denn dort hat die CDU in der neuen Legislaturperiode nun keine Mehrheit mehr. Damit ist auch die Wiederwahl von Alexander von Veltheim (CDU) als Bürgermeister nicht mehr komplett sicher.
In Gemeinde nahe Osnabrück als Erstes bemerkt
Entdeckt hatte diesen Fehler Felix Ostmann aus Ostercappeln. Er ist Informatiker und selbst in der Lokalpolitik des Orts und der Gemeinde aktiv. Er hatte die Wahlergebnisse der Kommunalwahlen mit einem automatisierten Programm geprüft. Wo „Anomalien“ aufgetreten sind, wie er sie nennt, hat er die Kommunalverwaltungen auf die abweichenden Ergebnisse aufmerksam gemacht.
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Schon am Wahlabend sei ihm bei einer Schnellmeldung so eine Abweichung aufgefallen in der von 700 statt circa 900 die Rede war. „Als Fachinformatiker und selbst betroffener Kandidat hat mich schlicht der Berufsstolz gepackt, die offenen Wahldaten nachts noch systematisch zu analysieren“, erklärt er auf Nachfrage.
Transparenz und korrektes Wahlergebnis wichtig
Ostmann war dabei „Transparenz und ein korrektes Wahlergebnis“, wichtig. Erst lag sein Augenmerk nur auf seiner Heimatgemeinde. „Dann wurde mir aber auch schnell klar, dass das Problem größer ist“, sagt er.
Der Informatiker betont andererseits auch, „dass die Wahl per se grundsolide gelaufen ist und wir Bürger eine super Leistung bis tief in die Nacht abgeliefert haben. Was einfach nicht vorgesehen war: in den 1,2% der Wahlbezirke wo es Anomalien gibt nachzuschauen.“
Reaktionen auf seinen Hinweis seien durchwachsen gewesen. Einige Wahlleitungen hätten abwehrend reagiert und darauf gepocht, dass die Niederschrift mit den Zahlen übereinstimmen. In den Fällen wurden seine Erklärversuche damit abgetan, dass es nicht genug Hinweise auf falsche Zählungen gebe.
Gemeinde Sickte zählt nach
Andere Verwaltungen wie die Samtgemeinde Sickte sind dem Verdacht offen nachgegangen. In bisher allen Fällen wurden Fehler bestätigt, berichtet Ostmann. „Von vergessenen Multiplikationen bis zu komplett übersehenen Stimmzettelstapeln“ sei vieles dabei gewesen.
In Veltheim (Ohe) verschieben sich nach der Auszählung der zusätzlichen Stimmen die Verteilung im Rat, wie der Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb mitteilte: CDU 49,97 Prozent, SPD 24,11 Prozent, Grüne 17,63 Prozent und der Einzelbewerber Nils Glanz 8,28 Prozent.
Damit verteilten sich die Sitze etwas anders: Die CDU verliert einen Sitz und hat nur noch vier Sitze. Damit verliert sie ihre Absolute Mehrheit. Die SPD bleibt bei zwei Sitzen, die Grünen gewinnen einen Sitz dazu und haben nun zwei Sitze. Damit erhält Maximilian Behrendt aus dem Grünen-Kreisvorstand einen Sitz im Gemeinderat Veltheim erhält. Und auch der Einzelbewerber Nils Glanz behält seinen Sitz.
Die Entscheidung über den Wahleinspruch und das neue Wahlergebnis inklusive neuer Sitzverteilung muss nun der neu gewählte Gemeinderat auf seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag, den 5. November, entscheiden.
Beitragsbild: In der Samtgemeinde Sickte wurden Stimmen vergessen, auszuzählen. Foto: Stock
