Die Freiwillige Feuerwehr Erkerode/Lucklum begeht vom 21. bis 23. August 2026 ihr 150-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums veranstaltet die Ortsfeuerwehr am Sportplatz in Lucklum ein dreitägiges Fest mit Umzügen, Musik, Vorführungen und Angeboten für Kinder. Eingeladen sind Bürgerinnen und Bürger, Familien, Freunde sowie befreundete Feuerwehren. Auch Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung haben sich angekündigt.
Vorbereitet wird das Jubiläumsfest von einem elfköpfigen Festausschuss, der sich vor rund 18 Monaten gebildet hat. Das Programm soll nach Angaben der Organisatoren Tradition, Gemeinschaft, Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr und verschiedene Überraschungen miteinander verbinden.

Umzug, Kommersabend und Großer Zapfenstreich am Freitag
Das Fest beginnt am Freitagabend mit einem Umzug, musikalisch begleitet von einem Spielmannszug. Anschließend findet am Sportplatz der Kommersabend mit Gästen und mehreren Redebeiträgen statt.
Ortsheimatpfleger Wolfgang Haberland wird dabei in Wort und Bild auf die 150-jährige Geschichte der Feuerwehren in Erkerode und Lucklum zurückblicken. Später am Abend folgt ein Großer Zapfenstreich. Danach klingt der erste Veranstaltungstag mit Musik zum Tanzen und Feiern aus.
Kinderprogramm und Feuerwehrvorführungen am Samstag
Am frühen Samstagnachmittag beginnt ein umfangreiches Kinder- und Unterhaltungsprogramm. Vorgesehen sind unter anderem Kinderschminken und Bastelangebote. Nach Angaben des Festausschusses soll das Programm Angebote für alle Altersgruppen umfassen.
Einblicke in den Einsatzalltag der Feuerwehren geben Brandschützer der Freiwilligen Feuerwehren aus Dettum und Evessen. Sie präsentieren verschiedene Vorführungen, bei denen auch der Umgang mit brenzligen Situationen gezeigt werden soll.
Live-Musik mit der Band Anno-Nym
Am Samstagabend ist eine Party mit Live-Musik bis in die Nacht geplant. Auf der Bühne steht die regional bekannte Party- und Stimmungsband Anno-Nym aus dem Vorharz. Die sechs Musiker waren bereits bei zahlreichen Dorf- und Feuerwehrfesten zu Gast, darunter auch bei Veranstaltungen in der Samtgemeinde Sickte.

Das Repertoire der Band reicht von Oldies der 1960er-Jahre bis zu aktuellen Charthits. Gespielt werden Titel aus den Bereichen Pop, Rock, Schlager und Partymusik. Restkarten sollen nach Möglichkeit an der Abendkasse erhältlich sein, solange der Vorrat reicht.
Kranzniederlegungen und Festumzug am Sonntag
Der Sonntag beginnt mit einer traditionellen Kranzniederlegung am Erkeröder Ehrenmal. Dieses befindet sich vor der Kirche im Ortskern unmittelbar an der Wabe. Anschließend setzt sich der Festumzug, begleitet von einem weiteren Spielmannszug, zum Ehrenmal nach Lucklum in Bewegung. Auch dort ist eine Kranzniederlegung vorgesehen.
Nach dem Einzug in das Festzelt am Sportplatz und einer kurzen Begrüßung durch den Ortsbrandmeister beginnt das gemeinsame Frühstück. Für die musikalische Begleitung sorgt die Wolfenbütteler Countryband Texas Roads mit drei Musikern.
Die Abschlussveranstaltung ist bereits ausverkauft. Dazu haben sich zahlreiche Abordnungen von Feuerwehren aus der Region angekündigt.
Die Geschichte der Feuerwehren in Erkerode und Lucklum
Die Geschichte des Brandschutzes in Erkerode und Lucklum reicht weit zurück. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Braunschweigische Landesbrandversicherungsanstalt gegründet. In einer Dorfbeschreibung aus dem Jahr 1773 werden sogenannte „Feuer-Instrumente“ erwähnt. Jeder Hauseigentümer war verpflichtet, lederne Eimer bereitzuhalten. In Erkerode standen zu dieser Zeit zwei Feuerleitern und zwei Feuerhaken zur Verfügung.
Im Jahr 1832 erließ Herzog Wilhelm zu Braunschweig eine allgemeine Feuerordnung für die Landgemeinden des Herzogtums. Darin wurde festgehalten, dass der Schutz vor Feuergefahren und die gegenseitige Hilfe bei Bränden von grundlegender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Feuerordnung seien.
Noch vor der Gründung des Deutschen Reiches entstand am 30. März 1870 der Braunschweigische Landesfeuerwehrverband. Dessen erstem Vorsitzenden Friedrich Wilhelm Reuter wird zugeschrieben, dass sich wenige Jahre später im gesamten Herzogtum Freiwillige Feuerwehren bildeten.
Es wird davon ausgegangen, dass die Feuerwehr in Lucklum bereits 1875 entstand. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Erkerode ist für den 5. Januar 1876 nachweisbar. Die ältesten erhaltenen Protokolle der Wehr stammen aus dem Jahr 1902.
Einsatz für die Gemeinschaft
Im Laufe der Jahrzehnte übernahmen immer wieder Menschen Verantwortung und zeigten Einsatzbereitschaft, um gemeinsam schwierige Situationen zu bewältigen. Zentrale Aufgaben waren und sind die Hilfe in Gefahrenlagen sowie der Schutz der Gemeinschaft.
Dafür waren zahlreiche Einsätze erforderlich, die sich nicht ausschließlich auf das Gebiet der Gemeinde Erkerode beschränkten. Bei besonderen Katastrophenlagen unterstützt die Feuerwehr auch andere Hilfsdienste – teilweise an weit entfernten Einsatzorten.
Mit der Gründung der Samtgemeinde Sickte am 1. März 1974 wurde der Erkeröder Brandmeister Heinz Hase zum ersten Gemeindebrandmeister gewählt. Er war damit für die damals 14 Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde zuständig.
Gerätehäuser größtenteils in Eigenleistung errichtet
Die Gerätehäuser der Feuerwehr entstanden zu großen Teilen in Eigenleistung. Ab 1954 nutzte die Wehr zunächst das Gerätehaus gegenüber der Kirche direkt an der Wabe. Das Gebäude ist heute als „Klönstuv“ bekannt und dient der Dorfgemeinschaft als Treffpunkt.
Als die vorhandenen Räume nicht mehr ausreichten, begannen die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden im November 1990 mit dem Bau des heutigen Standortes. Das Feuerwehrgerätehaus befindet sich am Ludquelleweg 3, parallel zur Reitlingstraße.
Seit Mai 1999 verfügt Erkerode über eine Jugendfeuerwehr, die sich der Nachwuchsarbeit widmet.
Zusammenschluss zur gemeinsamen Ortsfeuerwehr
Im Februar 2002 wurden die Freiwilligen Feuerwehren Erkerode und Lucklum zur gemeinsamen Ortsfeuerwehr Erkerode/Lucklum innerhalb der Samtgemeinde Sickte zusammengeschlossen.
Die beiden historischen Standorte und Gerätehäuser werden seitdem gemeinsam genutzt. Unter dem Leitgedanken „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ setzt sich die Ortsfeuerwehr damit seit inzwischen 150 Jahren für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung ein.
