Konzerte besuchen, ins Theater gehen oder eine Ausstellung erleben – was für viele selbstverständlich ist, bleibt für Menschen mit geringem Einkommen oft außer Reichweite. Der Verein Kulturwunsch Wolfenbüttel setzt sich seit fünf Jahren dafür ein, das zu ändern. Zum Jubiläum zog die Initiative Bilanz und diskutierte darüber, wie kulturelle Teilhabe für alle möglich werden kann.
Mehr als 400 Kulturgäste profitieren
Seit seiner Gründung im Jahr 2021 hat der gemeinnützige Verein nach eigenen Angaben mehr als 3.000 kostenlose Eintrittskarten vermittelt. Inzwischen arbeitet Kulturwunsch mit rund 100 Kultur- und Sozialpartnern aus der Region zusammen. Mehr als 400 angemeldete Kulturgäste können das Angebot nutzen.


„Wir haben den Verein 2021 gegründet, damit alle Menschen, unabhängig von ihrem sozialen oder finanziellen Hintergrund, am kulturellen Leben teilnehmen können“, erklärt Dennis Berger, Vorsitzender von Kulturwunsch Wolfenbüttel.
Das Angebot reicht von Konzerten und Theateraufführungen über Kino und Ausstellungen bis hin zu Sportveranstaltungen. Ziel ist es, finanzielle Hürden abzubauen und möglichst vielen Menschen kulturelle Erlebnisse zu ermöglichen.
Nicht nur Geld entscheidet über den Zugang
Doch fehlendes Geld ist längst nicht das einzige Hindernis. Auch eingeschränkte Mobilität, Einsamkeit, körperliche oder seelische Beeinträchtigungen und Sprachbarrieren können Menschen davon abhalten, Kulturangebote wahrzunehmen. Hinzu kommt mitunter das Gefühl, dass eine Veranstaltung nicht für sie gedacht ist.

Diese Herausforderungen standen im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung unter dem Titel „Kultur für alle? Perspektiven auf kulturelle Teilhabe“. Neben einem Impulsvortrag von Dennis Berger gab es eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen aus Kultur, Sozialarbeit und Politik.
Mit dabei waren Alexandra Hupp, Leiterin des Kulturbüros der Stadt Wolfenbüttel, Christina Schubert, Leiterin der Tagesstätte Augusta von Dr. Fontheim, sowie Ghalia El Boustami, Vorsitzende des Kulturausschusses und Leiterin der Stabsstelle Migration und Teilhabe im Landkreis.
Gemeinsam Barrieren abbauen
Die zentrale Erkenntnis des Abends: Kulturelle Teilhabe lässt sich nur gemeinsam stärken. Vereine, Politik, Kulturinstitutionen und soziale Einrichtungen sind gefragt, bestehende Zugangshürden zu verringern.
„Wir freuen uns, dass so viele Gäste unserer Einladung gefolgt sind und mit uns über dieses wichtige Thema gesprochen haben“, sagt Susanne Sobottke. Nur gemeinsam könne es gelingen, Hürden abzubauen und noch mehr Menschen Kultur erleben zu lassen. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte die Wolfenbütteler Band „Blind Alley“.
Beitragsbild: Der Verein Kulturwunsch Wolfenbüttel bringt Menschen, die wenig Geld haben, zu Kulturveranstaltungen. Fotos: Stadt Wolfenbüttel
