Die Pläne für eines der wichtigsten Schulbauprojekte im Landkreis Helmstedt stehen fest. In einer gemeinsamen Sitzung informierten Verwaltung und Planer den Bau- und den Schulausschuss des Kreistages über die konkrete Erweiterung des Gymnasiums am Bötschenberg.
Die Schule mit mehr als 600 Schülerinnen und Schülern soll zum Schuljahr 2027/2028 einen modernen Neubau für die naturwissenschaftlichen Fächer erhalten.
Der Erweiterungsbau ersetzt ein älteres Bestandsgebäude, das für das Projekt weichen muss. Auf rund 1800 Quadratmetern und drei Etagen entstehen sechs neue Unterrichtsräume sowie vier Vorbereitungsräume für Chemie, Physik und Biologie. Ergänzt wird der Fachtrakt durch Technikbereiche, WCs und Verkehrsflächen. Der Neubau wird direkt an das Hauptgebäude angeschlossen und erweitert den Campus damit deutlich.
Neue Außenanlagen für Gebäudeneubau
Doch der Bau umfasst mehr als nur neue Klassenräume. Geplant ist auch die Erschließung des Gebäudes samt aller nötigen Versorgungsleitungen sowie die Gestaltung moderner Außenanlagen. Gleichzeitig müssen während der Bauphase wichtige Wege auf dem Schulcampus funktionsfähig bleiben – eine logistische Herausforderung, die bereits in der Planung berücksichtigt wurde.

Warum der Aufwand? Die Anforderungen an moderne Naturwissenschaftsräume sind hoch, und der Landkreis will langfristig denken. „Wir bauen nicht nur für die nächsten Jahre, wir bauen für die nächsten Generationen“, sagt Sebastian Exner.
Ganz reibungslos funktionierte die Vorstellung nicht. Während der Kreistagssitzung übte der Behindertenbeauftrage des Kreises, Thomas Hartmann, an dem Vorstellungstermin Kritik. Zum einen wäre der Behindertenbeitrag erst sehr spät von der Vorstellung eingeladen worden. Zum anderen wurden die Pläne in nicht barrierefreien Schule vorgestellt. Das erschwerte ihm den Zugang, weil er im Rollstuhl sitzt. Zudem hätte der Beirat früher eingebunden werden können.
Laut Landrat Gerhard Radeck (CDU) zumindest eine „Nachlässigkeit und nicht zu entschuldigen“. Denn Barrierefreiheit sei ein wichtiger Punkt bei den Planung des Neubaus

Schulgebäude energiesparend und langlebig geplant
Der Geschäftsbereichsleiter Hochbau beim Landkreis betonte weiter, dass man auf langlebige Materialien, energiesparende Haustechnik und eine gute Energiebilanz setze. Das Ziel sei ein Gebäude mit geringem Energiebedarf, angenehmem Innenklima und niedrigen Lebenszykluskosten.
Um das Projekt zuverlässig und wirtschaftlich umzusetzen, hat der Landkreis die Planung und den Bau an einen Totalunternehmer vergeben. Die Carl Schumacher GmbH aus Wolfenbüttel gewann die Ausschreibung und hat nun die Verträge unterschrieben. Die Fertigstellung ist zum Schuljahresbeginn 2027/2028 vorgesehen. Die Kosten liegen nach aktuellem Stand bei gut 9,1 Millionen Euro.
Beitragsbild: Der Wissenschaftsbau des Gymnasiums am Boetschenberg. Fotos: Landkreis Helmstedt
