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Wer an der Oker in und um Wolfenbüttel unterwegs ist, könnte immer öfter einem Biber über den Weg laufen. Dieser ist hier wieder heimisch.

Immer mehr Biberspuren entlang der Oker entdeckt

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. Juni 2026, 14:20 Uhr

Wer an der Oker in und um Wolfenbüttel unterwegs ist, könnte immer öfter einem Biber über den Weg laufen. Wie die Organisatoren der „Woche der Biodiversität“ berichten, ist der Biber im Raum Wolfenbüttel längst keine Seltenheit mehr. Bei einem Vortrag im Wissensort Wolfenbüttel (WOW) stand die Rückkehr des größten europäischen Nagetiers im Mittelpunkt. Referent war Klaus J. Borchert, Leiter der AG Biber beim NABU-Kreisverband Gifhorn.

Zur Begrüßung erinnerte Cornelia Schilling daran, dass bereits vor acht Jahren über die Entwicklung der Biberbestände informiert wurde. Damals sei die Rückkehr des Tieres noch eher Zukunftsmusik gewesen. Heute habe sich die Situation deutlich verändert: Der Biber ist entlang der Oker wieder heimisch geworden.

Während der Woche hielten Experten Vorträge, auch über den Biber. Foto: Stadt Wolfenbüttel

Nach Angaben von Borchert wurden erste Spuren des Bibers 2012 nördlich von Meinersen entdeckt. Seit den Jahren 2020 und 2021 gilt die Rückkehr des streng geschützten Tieres im Raum Wolfenbüttel offiziell als nachgewiesen. Inzwischen zählt das Aller-Oker-Gebiet zu den etablierten Verbreitungsräumen des Bibers in Niedersachsen.

Rückkehr des Tieres bringt Veränderungen für Landschaft

Dabei bringt die Rückkehr des Nagers weitreichende Veränderungen mit sich. Als sogenannter „Ökosystem-Ingenieur“ gestaltet der Biber seinen Lebensraum aktiv um. Durch das Fällen von Bäumen und den Bau von Dämmen entstehen neue Teiche und Feuchtgebiete. Diese bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume und beeinflussen zugleich die Wasserhaltung in der Landschaft.

Der Biber ist im WOW zu sehen. Foto: Wolfenbüttel

Die Aktivitäten des Tieres sorgen jedoch nicht nur für Begeisterung. Gerade für Land- und Forstwirtschaft können die Veränderungen Herausforderungen mit sich bringen. Deshalb sei ein vorausschauendes Management wichtig, erläuterte Borchert während seines Vortrags.

Wer den Biber nicht direkt zu Gesicht bekommt, kann seine Anwesenheit dennoch leicht erkennen. Typische Hinweise sind kegelförmig angenagte Baumstämme, gefällte Weiden oder Pappeln am Ufer sowie sogenannte Biberrutschen. Diese sind deutlich sichtbare Pfade vom Wasser ins Gelände.

Wer dem scheuen Tier einmal näherkommen möchte, hat dazu noch bis zum 11. Juni Gelegenheit. Im Wissensort Wolfenbüttel ist derzeit ein präparierter Biber ausgestellt. Ergänzt wird die Schau durch Informationen über den Lebensraum des Tieres und seine Bedeutung für die heimische Artenvielfalt.

Beitragsbild: Der Biber ist zurück in den Gewässern von Wolfenbüttel. Foto: Stock

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