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Immer freitags treffen sich Senioren in Königslutter zum Austausch in geselliger Runde. Die Gruppe freut sich über neue Gesichter.

In Königslutter gibt es das Klönkaffee gegen die Einsamkeit

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. Dezember 2025, 15:33 Uhr

Immer freitags treffen sich Seniorinnen und Senioren in Königslutter zum Austausch in geselliger Runde, initiiert von Helmut Eß. Die Gruppe würde gern wachsen.

Der Duft frisch aufgebrühten Kaffees erfüllt die Luft. Ein paar Tische sind zu einer Tafel zusammengestellt, hübsch passend zur Jahreszeit dekoriert. Selbstgebackener Kuchen verführt die Geschmacksnerven schon beim Ansehen.

Wir sind in Königslutter in einem Gruppenraum des sozialen Trägers Lavie. Dort an der Braunschweiger Straße treffen sich immer freitags Seniorinnen und Senioren, um eine Kurzweil miteinander zu verbringen. Sie nennen ihren Treff Klönkaffee. Wir durften einmal in die Runde schnuppern, ein Stück Kuchen essen, einen Kaffee trinken und den Gesprächen der Damen und der Herren lauschen.

Gruppe hofft auf Verstärkung

Die Gruppe schrumpft, und darum hoffen sie auf „Verstärkung“. Klönen bei Kaffee und Kuchen geht schließlich immer.

Seit gut zehn Jahren, sagt Helmut Eß, treffen sie sich in dieser Runde. Bei ihm laufen sozusagen die Fäden zusammen. Hervorgegangen ist die Gruppe aus dem Verein Mehrgenerationenhaus in Königslutter. „Dort waren wir etwa 20 Mitglieder. In dieser Gruppe haben wir mit 12 angefangen, jetzt sind wir noch sieben zwischen 76 und 97 Jahren“, führt er aus.

Von denen sind diesmal Elke Gustke, Helga Jenrich, Heidemarie Domke, Rosa Faeseke, Dorothee und Rüdiger Fregin dabei. Ilsedore Eß ist von Zeit zu Zeit Gast. Was zunächst wie Fluktuation aussehen mag, ist tatsächlich dem Lauf der Zeit geschuldet. „Zwei sind zum Beispiel weggezogen“, erklärt Dorothee Fregin.

Auf dem Tisch steht diesmal frisch gebackener Apfelkuchen. Ein Gedicht. Helmut Eß verteilt ihn auf die Teller. Ihr Treffen, da sind sie sich einig, wollen sie nicht missen. Es ist mehr als ein Kaffeeklatsch. Austausch über Neuerungen bei der Pflegeversicherung oder der Betreuung etwa stehen auf der Tagesordnung, aber auch die neuesten Nachrichten.

Gesellschaft und Stütze bei alltäglichen Problemen

Wesenskern der Gruppe sind die sozialen Kontakte. „Die Gruppe ist ein Anlaufpunkt“, meint Helga Jenrich. Sie lebt als einzige der Runde im Heim. „Dafür habe ich mich aus eigenem Antrieb entschieden“, betont sie.

Anlaufpunkte seien weniger geworden, gerade für Menschen, die nicht mehr alles machen könnten und oft um Hilfe bitten müssten, obwohl: „Die Kinder stehen parat, wenn ich frage, aber das will man ja nicht“, erklärt sie weiter. Jede Generation habe ihr eigenes Leben. Trotzdem funktioniere das Familienleben.

So ein Familienleben genießen längst nicht alle in der Runde. Kein Kontakt zu den Söhnen etwa heißt es einmal. Ein belastendes Thema, das die Gruppe zumindest ein Stück weit abfangen kann. „Wir sprechen darüber“, sagt Rüdiger Fregin. In diesen Fällen ist der Treff am Freitag ein wichtiger Termin, ein Ankerpunkt für die Seele.

Diskussionsrunde über Nachrichten

Die Kaffeetassen sind leer. Rosa Faeseke schenkt nach. Sie ist sozusagen die gute Seele in der Gruppe des Klönkaffee, kümmert sich. „Ich laufe viel, fotografiere, wo es was Neues gibt, lese sehr viel, etwa die Zeitung, und berichte in der Gruppe darüber. Es sind ja nicht mehr alle so mobil“, erzählt sie.

Ein analoges Nachrichtenportal. An diesem Freitag ist der gescheiterte Verkauf des Bahnhofsgebäudes in Königslutter aktuell. Da haben sie so ihre Meinungen. Aber auch über Politik wird diskutiert, zuweilen freundschaftlich gestritten.

Neue Aktivitäten aus Gruppe entwickelt

Aus der Gruppe haben sich verschiedene weitere Aktivitäten entwickelt, etwa die Karten-Spiel-Runde am Mittwoch, natürlich mit Helmut Eß. „Der zockt und alle ab“, lachen sie. Und so kommt ein Thema nach dem anderen auf den Tisch, tatsächlich auch mal die eine oder andere Krankheit. Austausch über Therapien etwa ist wichtig, aber nicht vordergründig.

Das Klönkaffee ist eine offene Gruppe, neue Gesichter sehen sie gern. Und sie sitzen nicht nur beim Kaffee zusammen: Ausfahrten gehören zum Programm. Wer einmal dazu gehört, wird nicht vergessen. So besucht Helmut Eß regelmäßig eine alte Dame, die gesundheitlich schlichtweg keine Chance mehr hat, zu den Treffen zu kommen. Sozialarbeit in Reinform. Interessierte Damen und Herren dürfen sich direkt an Helmut Eß wenden: 01590 2143727.

Beitragsbild: Kaffee und Kuchen kommt beim Klönkaffee in Königslutter nicht zu kurz. Fotos: Erik Beyen

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