Wenn der MTV Braunschweig am 27. März 2026 (19.30 Uhr) in der Volkswagenhalle Braunschweig auf Eintracht Hildesheim trifft, ist es nicht nur ein Spitzenspiel der 3. Liga – es ist auch ein Wiedersehen mit besonderer Note. Bela Pieles, seit 2019 Leistungsträger auf der Linksaußen-Position in Braunschweig, wechselte damals aus seiner Geburtsstadt Hildesheim in die Löwenstadt. Inzwischen ist er eine feste Größe im MTV-Spiel. Im Interview mit NewsifyNDS-Redakteur Sebastian Nickel spricht der 26-Jährige über Kontinuität, Aufstiegsdruck und die sportliche Brisanz des Derbys.

Vertragsverlängerung und klare Ziele
Herr Pieles, Sie haben Ihren Vertrag um zwei Jahre verlängert. Welche Faktoren waren ausschlaggebend?
Bela Pieles: Die Entscheidung ist aus voller Überzeugung gefallen. Ich fühle mich im Verein und in der Stadt sehr wohl. Sportlich haben wir eine klare Entwicklung genommen, das Umfeld arbeitet ambitioniert und strukturiert. Hinzu kommt meine persönliche Situation: Ich studiere in Braunschweig Lehramt und werde für den Master voraussichtlich noch etwa zwei Jahre benötigen. Das lässt sich hervorragend mit der Vertragslaufzeit verbinden.
Der MTV steht mit einem kleinen Punktepolster an der Tabellenspitze – trotz eines größeren Umbruchs im Sommer.
Das war keine Selbstverständlichkeit. Wir hatten einige schmerzhafte Abgänge, gleichzeitig mehrere Neuzugänge. Entscheidend war, dass die Integration schnell und reibungslos funktioniert hat. Die Mannschaft ist geschlossen aufgetreten, wir haben früh Stabilität entwickelt. Diese Konstanz spiegelt sich nun in der Tabelle wider.
Mit welcher Zielsetzung geht der MTV in die entscheidende Phase?
Unser Anspruch ist klar: Wir wollen die Spitzenposition behaupten, erneut die Aufstiegsrunde erreichen und dort den nächsten Schritt machen. Uns ist bewusst, dass nur zwei Aufstiegsplätze vergeben werden und zahlreiche ambitionierte Mannschaften, teilweise mit professionellen Strukturen, konkurrieren. Aber wir sehen unsere Chance.
Die Meisterschaft allein reicht nicht – es folgt eine K.o.-Phase. Wie bewerten Sie dieses Format?
Über eine komplette Saison hinweg bildet sich Leistungsfähigkeit in der Regel sehr zuverlässig ab. Entscheidungsspiele bergen naturgemäß ein höheres Risiko, weil kurze Schwächephasen gravierende Folgen haben können. Wenn man nach einer starken Saison dennoch ausscheidet, ist das enttäuschend. Gleichwohl akzeptieren wir den Modus und richten unseren Fokus darauf, ihn sportlich erfolgreich zu gestalten.

Derby mit sportlicher und persönlicher Komponente
2019 wechselten Sie von Hildesheim nach Braunschweig. Im anstehenden Derby gegen die Eintracht treffen sie also auf Bekannte. Mit welchem Gefühl gehen Sie in das Spiel am 27. März?
Ein Derby besitzt grundsätzlich eine eigene Dynamik. Natürlich kenne ich noch einige Spieler in Hildesheim, der Kontakt ist nie vollständig abgerissen. Einer meiner besten Freunde ist Leon Krka, der aktuell bei der Eintracht im Tor steht. Dennoch steht für mich die sportliche Aufgabe im Vordergrund. Es geht um zwei wichtige Punkte – und die Verbesserung der Ausgangslage im Aufstiegsrennen.
Hildesheim hatte zuletzt wechselhafte Ergebnisse. Spielt das eine Rolle?
In Derbys relativieren sich statistische Tendenzen häufig. Intensität, Zweikampfverhalten und Effizienz in den entscheidenden Momenten sind maßgeblich. Darauf wird es ankommen.
Vor dem Derby warten noch ein paar starke Gegner auf Ihr Team, darunter der Tabellenzweite Füchse Berlin Reinickendorf II, der am Samstag, dem 7. März (Anwurf: 19.30 Uhr) in der Sporthalle Alte Waage gastiert.
Das ist aktuell unser voller Fokus. Dieses Spitzenspiel hat unmittelbare Auswirkungen auf die Tabellensituation und ist für uns alle immens wichtig. Erst im Anschluss werden wir die Vorbereitung auf Hildesheim intensivieren.
Welche Rolle kann die „Derby-Heimstätte“ Volkswagenhalle spielen?
Eine große. Die Atmosphäre in der Volkswagenhalle ist bei entsprechender Auslastung außergewöhnlich. Wir haben dort bislang überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Eine solche Kulisse kann zusätzliche Energie freisetzen – insbesondere in engen Spielphasen.
Zwischen Studium und Bundesligaträumen
Herr Pieles, einige Teams in der 3. Liga arbeiten bereits professionell. Der MTV setzt auf ein Modell mit Studierenden und Berufstätigen.
Das ist korrekt. Wir trainieren überwiegend am Abend, viele Spieler gehen tagsüber ihrer beruflichen oder akademischen Tätigkeit nach. Das erfordert Disziplin und strukturiertes Zeitmanagement. Gleichzeitig schafft es eine besondere Identifikation mit dem Verein. Trotz begrenzter Mittel sind wir konkurrenzfähig. Das spricht für unsere Qualität und unseren Zusammenhalt.
Wie sieht Ihr Zwei-Jahresplan mit dem MTV aus?
Das Ziel für die kommenden zwei Jahre ist es, uns Schritt für Schritt so weiterzuentwickeln, dass wir den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga realisieren können. Dabei setzen wir auf Kontinuität und eine klare sportliche Ausrichtung. Gleichzeitig trauen wir uns diesen Schritt natürlich auch schon in dieser Saison zu – und werden alles daransetzen, die Chance zu nutzen, wenn sie sich bietet. Unsere Fans dürfen sich auf eine heiße Saisonendphase freuen.
Tickets für alle, die dabei sein wollen, wenn der MTV Braunschweig und Eintracht Hildesheim am 27. März 2026 im Hexenkessel Volkswagenhalle aufeinandertreffen, sind unter tickets.undercover.de erhältlich.

Beitragsbild: Bela Pieles wechselte im Jahr 2019 aus Hildesheim nach Braunschweig und zählt zu den Stützen der MTV-Mannschaft. Foto: Lando Reinberger


