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Wenn alte Mauern erzählen könnten, dann hätten sie im rumänischen Martinsdorf einiges zu berichten. Eine Azubine aus Königslutter war dort.

Azubine aus Königslutter restauriert Denkmal in Rumänien

Wenn alte Mauern erzählen könnten, dann hätten sie im rumänischen Martinsdorf einiges zu berichten. Genau dorthin führt die Sto-Stiftung jedes Jahr Auszubildende und junge Gesellen verschiedener Gewerke. So ist auch eine Auszubildende aus Königslutter dort vor Ort.

In dem kleinen Ort in Siebenbürgen erleben die Teilnehmenden hautnah, was Denkmalpflege bedeutet und wie viel handwerkliche Präzision, Geduld und Teamgeist dafür nötig sind.

Mitten drin statt nur dabei war Teresa Büttner. Die 19-Jährige absolviert im AWO Psychiatriezentrum Königslutter eine Ausbildung zur Tischlerin und war im Oktober und November zwei Wochen lang Teil des Denkmalscamps. Für sie war die Reise nicht nur ein berufliches Abenteuer, sondern auch ein persönliches.

Wunsch ins Ausland zu gehen schon da

„Eigentlich wollte ich in Norwegen ein Auslandspraktikum machen“, erzählt Teresa Büttner. Nach dem ersten Satz wird der Sprecher genannt. „Das hat leider nicht geklappt. Daraufhin habe ich von der Handwerkskammer eine Einladung nach Rumänien bekommen. Und da ich mich für Denkmal und Restaurierung interessiere, habe ich dort zugesagt.“

Unterstützung bekam sie von Sebastian Fricke, Werkstattleiter der Tischlerei. „Er hat gesagt, dass ich das unbedingt machen und die Chance nutzen soll“, berichtet Büttner. Sie habe sich dann entschieden trotz Aufregung. Schließlich war es ihr erster Flug und ihr erster Aufenthalt im Ausland. „Aber die Möglichkeit bekomme ich vielleicht so schnell nicht wieder.“

Arbeit auf dem Land einfach, aber anstrengend

Das Leben im Camp war einfach, aber intensiv, erzählt sie. Unterkunft und Arbeitsstätte lagen eng beieinander. „Die Gegend war sehr ländlich und die Unterkunft einfach“, erzählt sie. Einige schliefen in Hängematten unter dem Dach, andere in kleinen Holzwürfeln.

Der Tag für sie begann früh: Aufstehen um sieben, danach eine gemeinsame Besprechung. Dort wurden Aufgaben verteilt und Teams zusammengestellt. Gearbeitet wurde meist bis in den frühen Abend, unterbrochen nur von Pausen und einem gemeinsamen Mittagessen.

Besonders gefallen hat Büttner die Zusammenarbeit über Gewerke hinweg. „So habe ich zum Beispiel eine Tür gestrichen, Fliesen gelegt und Putz angeworfen.“ Nach Feierabend wurde es dann gemütlich: Lagerfeuer, gemeinsames Singen, kleine Ausflüge. Ein Kontrast zum harten Arbeitstag – und gleichzeitig Teil des Gemeinschaftsgefühls, das das Camp prägt.

Besondere Erinnerung für Azubine

Ein Projekt blieb ihr besonders in Erinnerung: eine kleine Hütte, die wieder bewohnbar gemacht werden sollte. „Dazu haben meine Tischlerkollegen und ich Fenster eingesetzt, die Decke gemacht, die Hütte gedämmt, die Außenbeschalung erneuert und den Fußboden gelegt.“

Die Zeit in Rumänien war anstrengend, aber prägend, findet die junge Frau. „Es war toll, wie die unterschiedlichen Gruppen zusammengearbeitet haben. Es war ein schönes Zusammensein.“ Ein Erlebnis, das die junge Tischlerin so schnell nicht vergessen wird – und das zeigt, wie wertvoll internationale Handwerksprojekte sein können.

Beitragsbild: Eine Azubine aus Königslutter war in Rumänien. Fotos: privat

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