Der Landkreis Helmstedt will seine Verwaltung bis zum Jahr 2040 klimaneutral machen. Dafür hat der Kreistag jetzt einstimmig ein umfassendes Klimaschutzkonzept beschlossen. Neben energetischen Sanierungen und einem modernen Energiemanagement sieht das Konzept auch die Gründung eines Jugendklimarats vor.
Grundlage für das 55 Seiten starke Konzept war eine umfangreiche Bestandsaufnahme. Erfasst wurde, an welchen Stellen in der Kreisverwaltung, den Schulen, der Feuerwehr und der Straßenmeisterei Treibhausgase entstehen. Dabei wurden unter anderem Energie- und Wasserverbrauch, Müllaufkommen, Kraftstoffe, IT-Ausstattung und Materialeinsatz untersucht.
„Von Energieverbräuchen, Müllproduktion, Wasserverbräuchen und benötigten Kraftstoffen für Maschinen und Fuhrpark bis hin zu nahezu allen Materialverbrauchen wurde alles betrachtet“, erläutert Christoph Neddermeier von der Stabstelle Klimaschutz. Sogar der Verbrauch von Toilettenpapier sei nach den Vorgaben erfasst worden.
Gebäude verursachen die meisten Emissionen
Die Auswertung zeigt deutlich: Den größten Anteil an den Emissionen verursachen die kreiseigenen Gebäude. Deshalb sollen diese nun Schritt für Schritt energetisch optimiert werden. Neubauten wie der Erweiterungsbau am Gymnasium am Bötschenberg oder die neue Rettungswache werden bereits mit Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen geplant.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beteiligung junger Menschen. Geplant ist die Einrichtung eines Jugendklimarats, der als offizielles Beteiligungsgremium Ideen und Anregungen zu klimapolitischen Themen in Politik und Verwaltung einbringen soll.
Neben der energetischen Sanierung sieht das Klimaschutzkonzept weitere Maßnahmen vor. Dazu gehören ein kommunales Energiemanagement, Projekte zur Klimabildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, eine Reduzierung des Gebäudebestands sowie eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit.
Mit dem Beschluss ist die Arbeit jedoch keineswegs abgeschlossen. „Mit Erstellung und Beschluss des Klimaschutzkonzeptes ist unsere Arbeit allerdings nicht beendet, im Gegenteil, sie geht eigentlich jetzt erst richtig los“, sagt Christoph Neddermeier.
Bis 2029 sollen die rund 60 kreiseigenen Gebäude detailliert untersucht, die Treibhausgasbilanz weiter verfeinert und zusätzliche Maßnahmen entwickelt werden. Parallel arbeitet die Stabsstelle bereits am nächsten Projekt: Ein Klimaanpassungskonzept soll Strategien gegen Hitze, Dürre, Starkregen, Bodenerosion und weitere Folgen des Klimawandels im Landkreis Helmstedt entwickeln.
Beitragsbild: Solarstrom ist Teil des Konzepts des Landkreises. Foto: Landkreis Helmstedt
