Der Landkreis Helmstedt will soziale Probleme künftig früher erkennen und gezielter gegensteuern. Der Kreistag hat dafür die neuen Sozialpolitischen Leitlinien beschlossen. Sie sollen als gemeinsamer Rahmen für die weitere soziale Entwicklung im Landkreis dienen.
Prävention statt spätes Eingreifen
Im Mittelpunkt steht der Ansatz „Prävention durch Intervention“. Soziale Herausforderungen sollen möglichst früh erkannt werden, bevor sich Probleme verfestigen oder verschärfen.
Ziel ist es deshalb, nicht erst dann zu handeln, wenn Menschen dringend Unterstützung benötigen. Stattdessen sollen passende Strukturen und Angebote möglichst früh geschaffen werden.
Sechs Bereiche im Fokus
Erarbeitet wurden die Leitlinien unter der Federführung von Alexandra Girod, Leiterin der Stabsstelle Integrierte Sozialplanung. Vorgesehen sind sechs Handlungsfelder:
- Erwerbstätigkeit und Armut
- Wohnen und Mobilität
- Vielfalt, Integration und Inklusion
- Bildung und Erziehung
- Gesundheit und Pflege
- Prozesse und Strukturen
Die Bereiche sollen nicht isoliert betrachtet werden. Eine zentrale Querverbindung ist dabei das Thema Armut.
Armut betrifft viele Lebensbereiche
Armut kann weit über die finanzielle Situation hinaus Folgen haben. Sie kann sich beispielsweise auf die Wohnsituation, Mobilität, Bildungschancen, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe auswirken.
Umgekehrt können gute Bildungs- und Gesundheitsangebote, bezahlbarer Wohnraum sowie berufliche Perspektiven dazu beitragen, Benachteiligungen frühzeitig abzufedern.
„Die Leitlinien betrachten die soziale Entwicklung des Landkreises aus verschiedenen Perspektiven“, erklärt Alexandra Girod. „Sie bündeln zentrale Themen und sollen dabei helfen, Handlungsbedarfe sichtbar zu machen.“
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit
Mit dem Beschluss des Kreistages ist die Erarbeitung der Leitlinien abgeschlossen. Nun sollen sie als Grundlage für die weitere Entwicklung dienen.
„Wir haben damit einen wichtigen Rahmen geschaffen, um die soziale Entwicklung unseres Landkreises gemeinsam und zukunftsgerichtet weiter voranzubringen“, sagt Lara-Jane Isermeyer, Vorständin für Soziales, Jugend und Gesundheit. „Besonders wichtig ist dabei der präventive Ansatz.“
Dabei sollen Politik, Verwaltung, soziale Einrichtungen, Verbände und weitere Akteure zusammenarbeiten. Die Leitlinien sollen ihre unterschiedlichen Erfahrungen bündeln und helfen, die soziale Infrastruktur im Landkreis bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
Beitragsbild: Der Landkreis will bei sozialen Problemen mehr auf Prävention setzen. Foto: Landkreis Helmstedt
