Wie können Menschen im Landkreis Helmstedt künftig einfacher, barrierefrei und bedarfsgerecht unterwegs sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „M.O.R.E.“ (Mobilität regional entwickeln). Bei einem Arbeitstreffen des Regionalverbands Großraum Braunschweig hat auch der Landkreis Helmstedt seine regionalen Anforderungen eingebracht.
Ziel ist es, die bestehende Verkehrsinfrastruktur systematisch zu erfassen und die Mobilität über Gemeindegrenzen hinweg nachhaltig weiterzuentwickeln.
Barrieren erkennen und abbauen
Ein Schwerpunkt liegt auf der Barrierefreiheit. Dabei geht es nicht nur um bauliche Hindernisse an Haltestellen, sondern auch um digitale Angebote wie Mobilitäts-Apps.
Die Inklusionsbeauftragte des Landkreises Helmstedt, Dr. Christina Trittel, betonte die Bedeutung einer möglichst vollständigen Erfassung solcher Barrieren. Das sei eine wichtige Grundlage für ein Verkehrssystem, das den Bedürfnissen aller Menschen gerecht wird und auch auf den demografischen Wandel vorbereitet ist.
Radwege, Ladestationen und Haltestellen im Blick
Parallel dazu wollen die Organisatoren die vorhandene Infrastruktur genauer unter die Lupe nehmen. Carola Wiezke, Geschäftsbereichsleiterin im Bereich Tiefbau, hob hervor, dass Radwege, E-Ladestationen und Haltestellen für On-Demand-Angebote entsprechend dem tatsächlichen Bedarf vor Ort erfasst werden sollen.
Die Bestandsaufnahme soll helfen, künftige Maßnahmen gezielter zu planen. Auch die Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wolfgang Schmidt, Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Helmstedt, unterstrich die Bedeutung einer aktiven Beteiligung. Die Bedürfnisse älterer Menschen müssten von Beginn an berücksichtigt werden, damit die Teilhabe am öffentlichen Raum im Alltag tatsächlich funktioniere.
Mobilitätsreport soll bis Ende 2026 fertig sein
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Das Gesamtvolumen beträgt nach Angaben der Projektverantwortlichen rund 336.000 Euro.
Derzeit wird ein umfassender Mobilitätsreport erarbeitet, der den aktuellen Zustand der Verkehrsinfrastruktur abbilden soll. Der Regionalverband Großraum Braunschweig will die Ergebnisse bis Ende 2026 zusammenführen. Langfristig soll die Mobilität im Landkreis und darüber hinaus digital vernetzt, bedarfsgerecht und zukunftsfähig gestaltet werden.
Beitragsbild: Während des fachübergreifenden Austauschs berieten unter anderem (v. l. n. r.): Wolfgang Schmidt (Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Helmstedt), Dr. Christina Trittel (Inklusionsbeauftragte des Landkreises Helmstedt) und Carola Wiezke (Geschäftsbereichsleiterin Tiefbau des Landkreises Helmstedt).
