Niedersachsen will die Anbindehaltung von Rindern beenden. Das Landwirtschaftsministerium stellte jetzt gemeinsam mit Landwirtschafts- und Tierschutzvertretern ein Ausstiegskonzept vor. Künftig soll diese Haltungsform per Erlass grundsätzlich untersagt werden.
„Das Leid der Rinder, die in Anbindehaltung gehalten werden, muss endlich beendet werden“, sagt Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen). Die Fixierung mit einer Kette schränke Bewegungs-, Sozial- und Komfortverhalten massiv ein. Niedersachsen gehe damit einen eigenen Weg, nachdem es auf Bundesebene bislang keine Neuregelung gebe.
Mehr Schutz für Tiere in Niedersachsen
Nach Angaben des Ministeriums werden landesweit noch deutlich mehr als 1.000 Betriebe mit Anbindehaltung vermutet. Deutschlandweit betreffe es über eine Million Rinder. Grundlage ist ein Beschluss des Niedersächsischer Tierschutzplan für nachhaltige Nutztierhaltung.
Das Konzept sieht differenzierte Übergangsfristen vor. Betriebe ohne Auslauf müssen sich binnen sechs Monaten melden und haben 18 Monate Zeit für Umbau oder Aufgabe. Für saisonale oder kombinierte Anbindehaltung gelten längere Fristen von bis zu sieben Jahren, in Einzelfällen plus zwei Jahre. Förderprogramme für Beratung und Stallumbauten stehen bereit.
Umbau mit Planungssicherheit
„Alle Formen der Anbindehaltung sind nicht verhaltensgerecht“, betont die Landesbeauftragte für Tierschutz, Julia Pfeiffer-Schlichting. Tiere könnten sich weder frei bewegen noch elementare Bedürfnisse ausleben.
Auch das Landvolk Niedersachsen trägt den Schritt mit. „Entscheidend ist Planungssicherheit für die Betriebe“, sagt Vizepräsident Frank Kohlenberg. Umbauten bräuchten Zeit, Geld und verlässliche Rahmenbedingungen.
Beitragsbild: Niedersachsens Landwirtschaftsbetriebe sollen Tiere zukünftig nicht mehr angebunden halten. Foto: Stock
