Kurz vor Weihnachten können die Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtung Schloss Schliestedt aufatmen. Die Alten- und Pflegeheim in Zerbst GmbH hat eine tragfähige Zukunftsperspektive. Damit endet für Bewohner und Mitarbeitende eine Phase der Unsicherheit.
Nach fast zwei Jahren Insolvenzverfahren ist die Sanierung gelungen. Sämtliche Einrichtungen der Firma an acht Standorten sowie rund 750 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Neuer Träger wird die Argentum Gruppe, einer der großen Betreiber von Pflegeeinrichtungen in Deutschland.
„Wir freuen uns riesig, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gelungen ist, alle Einrichtungen zu erhalten und eine langfristige Perspektive zu schaffen“, sagt Christian Otto, Insolvenzverwalter und Partner der Kanzlei hww. Er hatte das Unternehmen über einen langen Zeitraum fortgeführt und eine europaweite Investorensuche organisiert.
Die sogenannte Zerbst Pflege Gruppe betreibt stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen unter anderem in Zerbst und Köthen, in Schliestedt bei Schöppenstedt, Berlin-Lichterfelde sowie in Schönfeld, Niederoderwitz und Zittau.
Frisch aus der Sanierung für beide Gruppen
Neuer Eigentümer ist die Argentum Gruppe, die selbst erst vor wenigen Monaten eine eigene Sanierung abgeschlossen hat. Inzwischen ist das Unternehmen finanziell stabil und wieder auf Wachstumskurs. „Als wir von der Insolvenz erfahren haben, wollten wir unseren Beitrag zu einer positiven Lösung für alle Beteiligten leisten“, erklärt Jens Ulrich Keil. Der Geschäftsführer der Argentum Gruppe betont besonders den Erhalt der Arbeitsplätze und die Kontinuität für die Pflegebedürftigen.
„Die erfolgreiche Investorensuche in der aktuellen Lage der Pflegebranche war alles andere als selbstverständlich“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Simon Leopold. Er dankt ausdrücklich den Mitarbeitenden, Einrichtungsleitungen sowie den Bewohnern und ihren Angehörigen für Loyalität und Geduld. Auch Kommunen, Kostenträger und Aufsichtsbehörden hätten zum Gelingen beigetragen.
Die vergangenen drei Jahre waren für die Einrichtungen eine echte Zitterpartie. Nach dem Tod des Geschäftsführers und Inhabers im Frühjahr 2023 fehlte zeitweise eine handlungsfähige Führung.
Gleichzeitig verschärfte sich die ohnehin angespannte Situation in der Pflegebranche. Dass dennoch in allen Häusern durchgehend gepflegt werden konnte, erwies sich nun als entscheidender Erfolgsfaktor. Mit der Unterzeichnung der Kaufverträge beginnt jetzt die konkrete Vorbereitung des Betriebsübergangs.
Beitragsbild: Der Betreiber der Senioreneinrichtung von Schloss Schliestedt wurde von einer anderen Firma übernommen. Foto: Stock
