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Die "Praxis Dr. Drevs" behandelt nach dem Jahreswechsel nur noch Privatpatienten. Sonst könnten sie ihre Praxis nicht mehr weiterführen.

Praxis Dr. Drevs in Sickte behandelt bald nur noch Privatversicherte

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 13. Oktober 2026, 14:00 Uhr

Die negativen Entwicklungen im Gesundheitssystem haben nun Auswirkung auf die kassenärztliche Versorgung in Sickte. Die „Praxis Dr. Drevs“ gibt Ende 2026 ihre kassenärztliche Zulassung zurück. Ab Januar 2027 behandelt das Team nur noch Privatpatienten.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im gesetzlichen System tragen unsere Praxis nicht mehr“, heißt es in der Begründung der Praxis. Als Beispiel nennen sie die sogenannte Budgetierung. Die Vergütung der Ärzte sei an ein festes Budget gebunden. Ab einer bestimmten Fallzahl würde die Behandlung den Ärzten bei den späteren Fällen nur noch anteilig oder gar nicht mehr bezahlt.

Finanzielle Einschnitte in Praxen durch Spargesetz

Durch das im Juli beschlossene Gesetzliche Krankenversicherung Spargesetz (GKV-Spargesetz) wird hausärztlichen Praxen zusätzliche Finanzierung aus dem Terminservice- und Leistungsgesetz (TSVG) gestrichen, unter anderem:

  • Behandlungen, deren Termin aus der Terminservicestelle des bundesweit agierenden ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) entstanden ist.
  • Erfolgreich vermittelte dringende Facharzttermine.
  • Leistungen in der offenen Sprechstunde.

Außerdem sollen bisher zu einem festen Preis vergütete Leistungen wie Früherkennunsuntersuchungen zum Großteil am 1. Januar 2027 Teil der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung werden. Damit gilt für sie auch eine sogenannte Mengenbegrenzung.

Dabei dürfen die Steigerung der Vergütung den Anstieg der Grundhonorare nicht übersteigen. Diese Obergrenze von 2027 bis 2029 wird zusätzlich um einen einen Prozentpunkt abgesenkt.

In Wolfenbüttel sieht es etwas rosiger aus: Dort eröffnete das Klinikum ein zweites Herzkatheterlabor.

Kosten für Praxis steigen

Dem gegenüber steht, dass es für die Ärzte immer teurer wird, die Praxis zu betreiben. „Die Kosten für Personal, Energie, Praxisbedarf und die verpflichtende IT-Infrastruktur erheblich gestiegen, ohne dass sich das in der Vergütung abbildet“, führen die Mediziner aus Sickte aus.

Auch die Bürokratie macht sich bemerkbar. Das Team der Praxis hat in der Verwaltung der Einrichtung immer mehr Arbeit. „Das Ergebnis haben Sie selbst gespürt: kürzere Gespräche, längere Wartezeiten, ein Betrieb, der von Taktung statt von Zuwendung geprägt ist. So wollen wir nicht weiterarbeiten.“

Mediziner hoffen auf mehr Zeit für Patienten

Deswegen haben sich die Mediziner dazu entschieden, ab 1. Januar 2027 nach der Gebührenordnung für Ärzte abzurechnen. Für Privatversicherte ändert sich nichts. Gesetzlich Versicherte müssen die Kosten selbst tragen oder in eine andere Praxis wechseln. Wer eine private Zusatzversicherung hat, soll den eigenen Tarif prüfen, was darin steht.

Die Ärzte erhoffen sich, zukünftig mehr Zeit für ihre Patienten zu haben. Zusätzlich bauen sie darauf, dass das auch kürzere Wartezeiten auf Termine, weniger Wartezeit im Wartezimmer, längere Gespräche, bessere Erreichbarkeit bedeutet.

„Wenn Sie dennoch wechseln möchten, haben wir vollstes Verständnis – und es ändert nichts an unserer Wertschätzung“, betonen sie. Für einen Wechsel haben gesetzlich Versicherte bis zum 31. Dezember 2026 Zeit. Bis dahin werden sie weiter von „uneingeschränkt im Rahmen Ihrer gesetzlichen Versicherung“ versorgt.

Bei Fragen sollen sich Patienten persönlich, telefonisch unter der bekannten Telefonnummer oder per E-Mail in der Praxis melden.

Das Team sei für das Vertrauen seiner Patienten sehr dankbar, gerade, weil sie einige von ihnen seit Jahrzehnten betreuen. „Und ganz gleich, wie Sie sich entscheiden: Wir wünschen Ihnen vor allem Gesundheit.“

Beitragsbild: Die „Praxis Dr. Drevs“ schließt nicht zum Jahresende, behandelt aber ab Anfang 2027 nur noch Privatversicherte. Foto: Sophie Weinmann

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