Gertrud Böttger-Bolte hat Kirchengeschichte geschrieben. Die langjährige Pfarrerin der Schöninger St.-Lorenz-Gemeinde ist am Mittwoch, den 16. September 2026, im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie gehörte zu den sechs Frauen, die 1968 als erste Pfarrerinnen der Braunschweiger Landeskirche ordiniert wurden.
Gegen Widerstände ins Pfarramt
Der Weg dorthin war alles andere als selbstverständlich. Die Frauenordination war damals innerhalb der Kirche umstritten. Auch Böttger-Bolte erlebte Widerstände gegen ihren beruflichen Weg.
Am 4. April 1968 wurde sie gemeinsam mit fünf weiteren Theologinnen in der Braunschweiger Katharinenkirche ordiniert. Drei Jahre später ging sie einen entscheidenden Schritt weiter: 1970 wurde sie als erste ordinierte Frau der Landeskirche mit einer eigenen Gemeindepfarrstelle eingeführt.
30 Jahre in Schöningen
Ihre berufliche Heimat fand Böttger-Bolte in der St.-Lorenz-Gemeinde in Schöningen. Dort wirkte sie rund 30 Jahre lang und prägte das Gemeindeleben nachhaltig.
Auch die Landeskirche würdigte später ihren Weg. Beim 50-jährigen Jubiläum der Frauenordination wurde daran erinnert, dass Böttger-Bolte trotz des Widerstands schließlich durch ihre Arbeit überzeugte.
Wegbereiterin für viele Frauen
Heute sind Pfarrerinnen in der Landeskirche selbstverständlich. Für Böttger-Bolte war das zu Beginn ihrer Laufbahn noch längst nicht der Fall.
Ihr Lebensweg steht deshalb auch für einen Wandel innerhalb der Kirche. Die sechs 1968 ordinierten Frauen gelten als Wegbereiterinnen für die spätere Entwicklung des Pfarramts für Frauen in der Landeskirche.
Beitragsbild: Die Pfarrerin Gertrud Böttger-Bolte war Vorreiterin für Frauen in der evangelischen Kirchen. Foto: privat
