Die Bürgermeisterin von Schöppenstedt ist Ziel massiver Drohungen geworden. Bis zu diesem Vorfall kannte Andrea Föniger (SPD) derartige Anfeindungen lediglich aus den Medien oder aus Erzählungen anderer Amtsträgerinnen und Amtsträger.
Nun jedoch wurde ihr ein Anschlag angekündigt. „Eigenartigerweise wurden dabei genau die Themen als Gründe genannt, für die ich mich mit großem Einsatz für alle Bürgerinnen und Bürger engagiert habe“, erklärt sie. Ihr erster Schritt führte sie zur Polizei, die den Verfassungsschutz einschaltete.
Der Redaktion liegen die entsprechenden Nachrichten vor. Darin schrieb die Person unter anderem: „Sie gehören erschossen.“ Zudem forderte sie von der Kommune einen Geldbetrag im vierstelligen Bereich. Darüber hinaus verlangte der Absender die Abschaffung der Grundsteuer sowie der Schmutz- und Regenwassergebühren.
Drohungen nicht normal
Die Drohungen treffen die Bürgermeisterin, die ihr Amt ehrenamtlich ausübt, sehr. Unterschiedliche Meinungen und auch Kritik an ihrer Arbeit seien selbstverständlich und ausdrücklich erwünscht. „Das ist gut so. Das ist gewollt“, betont sie in den sozialen Medien. Gewaltandrohungen und Hass jedoch seien in keiner Weise hinnehmbar.
Gerade in ihrer Position sei es ihr wichtig gewesen, den Vorfall öffentlich zu machen und transparent mit der Situation umzugehen. Zwar habe sie sich kurzzeitig gefragt, wie es nach einer solchen Erfahrung weitergehen könne, doch ein Rückzug komme für sie nicht infrage. „Ehrenamtliches Engagement darf niemals bedeuten, dass man Bedrohungen hinnimmt“, stellt sie klar.
Die Zusammenarbeit mit der Polizei beschreibt sie als sehr positiv. Die Kommunikation sei schnell und verlässlich gewesen, zudem habe sie eine feste Ansprechperson erhalten, die sie rund um die Uhr kontaktieren könne.
Trotz der belastenden Ereignisse bleibt Föniger zuversichtlich. „Es gibt immer Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und Lösungen sowie Kompromisse zu finden“, sagt sie. Ihr Engagement für die Kommune will sie auch künftig mit Überzeugung fortsetzen.
Beitragsbild: Die Bürgermeisterin wurde bedroht. Foto: privat/Archiv
