Nach scharfer Kritik des MTV Wolfenbüttel an der Sperrung des Meesche-Stadions bezieht die Stadt Stellung. Die Verwaltung widerspricht den Vorwürfen und sieht die Verantwortung nicht bei sich. Der Vereinsvorsitzende will für Aufklärung sorgen.
Die Fußballabteilung des Vereins hatte am Mittwoch, den 24. Juni, auf ihrer Webseite und über Social Media Beiträge mit dem Titel „Fassungslos und enttäuscht“ veröffentlicht. Darin warfen die Mitglieder der Stadtverwaltung vor, ihr Stammstadion „einen Tag nach Beginn der Vorbereitung“ auf kommende Testspiele und Trainingseinheiten gesperrt zu haben.
Ebenso wurde in dem Beitrag angemahnt, dass das letzte Spiel im Stadion schon im Mai absolviert wurde. Damit hatte die Stadt ihrer Meinung nach genug Zeit gehabt, notwendige Arbeiten abzuschließen. Die Pressemitteilung war am folgenden Donnerstag schon nicht mehr verfügbar. Auf Instagram ist noch eine zweite sogenannte Story online.
Pressemitteilung schon am Folgetag offline
Darin teilt die Fußballabteilung mit, dass sie während der Sperrung von einem anderen Verein aufgenommen wurden. „Da die Stadt Wolfenbüttel unsere vollständig geplante Vorbereitung durch kurzfristige Sperrung der Meesche bis zum 14.07. über den Haufen geworfen hat, trainieren wir in Adersheim!“, heißt es dort.
Die Stadtverwaltung will diese Aussagen nicht auf sich sitzen lassen. In einer Pressemitteilung vom Donnerstag, den 25. Juni, ist von „Missverständnissen in den sozialen Medien über die Sperrung des A-Platzes“ die Rede.
„Die Behauptung, die Sperrung sei überraschend oder trotz rechtzeitiger Saisonplanung des Vereins erfolgt, entspricht nicht den Tatsachen“, schreibt der Pressesprecher. Laut diesem habe die Stadt für die nötigen Pflegemaßnahmen des Platzes bereits Mitte Mai bei allen betroffenen Vereinen die Termine für das Ende der Saison 2025/2026 erfragt und für den Start der Saison 2026/2027.
Der MTV Wolfenbüttel habe sich darauf nicht umfassend zurückgemeldet. Es sei nur von einem nicht terminierten Testspiel berichtet worden, aber nicht von festen Terminen oder Trainingsstarts.
Sanierungsarbeiten am Naturrasen nötig
Die Terminabklärung ist für die Stadt wegen der Pflege des Rasens wichtig. Damit langfristig die Qualität des Rasens hoch bleibt, muss die Fläche vier bis fünf Wochen renoviert werden. Ohne die Rückmeldung habe das beauftragte Grünflächenamt am Montag, den 8. Juni, dort mit den Arbeiten begonnen.
Die Stadt kritisiert, dass die vom MTV geplanten Testspiele erst Mitte Juni an die Verwaltung herangetragen wurden. In einem Kompromiss sei dem Verein angeboten worden, schon am Dienstag, den 14. Juli, auf den A-Platz zu können. Dann sollte dort ein Gastspiel der Eintracht Braunschweig stattfinden.
Dabei wurde aber ein Verein aus der Region Hannover als Gegner benannt und nicht der MTV, wie die Stadt erst annahm. Das will die Verwaltung weiter abklären. Denn der besagte Kompromiss birgt das Risiko, dass die Stadt im Nachgang den Platz noch einmal sanieren müssen.
Alternativen in der Stadt vorhanden
Der Pressesprecher verweist zusätzlich darauf, dass mit dem Kunstrasenplatz auf der Meesche und dem Naturrasenplatz an der Halberstädter Straße zwei Alternativen zur Verfügung stehen. Zu wirtschaftlichen Ausfällen, die der Verein wegen der Sperrung scheinbar zu beklagen habe, fehlen der Stadtverwaltung die Zahlen. „Generell gehören witterungs- oder sanierungsbedingte Spielverlegungen zum allgemeinen sportlichen Risiko, das vereinsintern abzusichern ist“, schreibt der Pressesprecher.
Der Pressesprecher verweist auf den Anlagenvertrag, der die Rahmenbedingungen für die kostenlose Nutzung der Meesche absteckt. „Es ist bedauerlich, dass von den verantwortlichen Akteuren der Abteilung der Weg in die Öffentlichkeit gesucht wurde, ohne im Vorfeld den eigenen Gesamtvorstand des Vereins einzubinden oder über die versäumten Fristen bei der Terminmeldung zu informieren“, heißt es seitens der Stadt.
Die Stadtverwaltung bittet darum, zukünftig Abfragen der Stadt fristgerecht zu beantworten und Termine frühzeitig zu finalisieren. Bei einer frühzeitigen und offenen Kommunikation würden Alternativen schneller und ohne große Planänderungen möglich sein. Final wünscht sich die Stadt „einen respektvollen Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – im Schriftverkehr oder bei Terminen vor Ort.“
Stephan Ehlers, der Vorstandsvorsitzende des Vereins, gab im Gespräch mit der Redaktion positive Aussichten. Hinter den Kulissen habe sich einiges hochgeschaukelt. „Die Kommunikation, die da geführt wurde, ist nicht der Anspruch des MTV“, sagt er.
Laut Ehlers setze sich der Vorstand zeitnah mit der Abteilung zusammen, um den Sachverhalt zu klären. In der kommenden Woche soll noch ein Treffen mit der Stadt folgen. „Wir haben bisher ein gutes Verhältnis mit der Stadt gehabt und das soll auch so bleiben“, betont Ehlers.
Beitragsbild: Der MTV Wolfenbüttel und die Stadt werfen einander fehlende Kommunikation vor. Foto: Stock
