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Die Stadt Wolfenbüttel ist beim Landeswettbewerb „Klima kommunal 2026“ für ihre teilautarke Kläranlage ausgezeichnet worden.

Wolfenbüttel gewinnt Klimapreis für innovative Kläranlage

Die Stadt Wolfenbüttel ist beim Landeswettbewerb „Klima kommunal 2026“ für ihre teilautarke Kläranlage ausgezeichnet worden. Das Projekt verbindet Solarstrom, Batteriespeicher und Klärgas. Das soll die kommunale Infrastruktur deutlich unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz machen.

15.000 Euro für Wolfenbütteler Klimaprojekt

Bei der Preisverleihung am Donnerstag in Hannover zeichnete Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) insgesamt acht kommunale Klimaschutzprojekte als Leuchtturmprojekte aus. Wolfenbüttel erhielt für die Umsetzung der teilautarken Kläranlage ein Preisgeld von 15.000 Euro.

Der Wettbewerb „Klima kommunal“ wird seit 2010 alle zwei Jahre vom niedersächsischen Umweltministerium und den kommunalen Spitzenverbänden ausgerichtet. In diesem Jahr gingen 85 Bewerbungen aus 56 Kommunen ein.

„Die ausgezeichneten Kommunen haben eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert und kreativ in Niedersachsen an Klimaschutz und Klimaanpassung gearbeitet wird“, sagte Umweltminister Christian Meyer. Die Projekte seien Vorbilder für andere Kommunen und die Gesellschaft.

Solarstrom für eine der größten Stromverbraucher der Stadt

Herzstück des Wolfenbütteler Projekts ist eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Gelände der Kläranlage. Sie ist seit April 2026 in Betrieb und verfügt über eine Leistung von knapp einem Megawatt-Peak.

Die Anlage produziert jährlich rund 850.000 Kilowattstunden Solarstrom. Damit können bis zu 40 Prozent des Strombedarfs der Kläranlage gedeckt werden.

Strom aus Solaranlagen decken fast die Hälfte des Strombedarfes der Anlage. Foto: Stock

Auf der anderen Seite gehört die Anlage mit einem Jahresverbrauch von rund 1,4 Millionen Kilowattstunden zu den größten kommunalen Stromverbrauchern Wolfenbüttels.

Alte Fahrzeugbatterien speichern Sonnenenergie

Eine besondere Rolle in der Kläranlage spielt außerdem der Batteriespeicher. Er besteht aus sogenannten Second-Life-Batterien, also gebrauchten Fahrzeugbatterien verschiedener Hersteller.

Die Speicher wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Fluxlicon“ installiert. Er ermöglicht es, den tagsüber erzeugten Solarstrom auch dann zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Die Wissenschaftler haben Wolfenbüttel neben Ludwigsburg als eine von bundesweit nur zwei Kommunen für das Speicherprojekt ausgewählt.

Schritt Richtung klimaneutraler Kläranlage

Zusammen mit dem bereits vorhandenen Klärgas-Blockheizkraftwerk sieht sich Wolfenbüttel damit gut für kommende Anforderungen aufgestellt. Die seit Anfang 2025 geltende Kommunalabwasserrichtlinie sieht eine schrittweise Energieneutralität von Kläranlagen bis 2040 vor.

Beitragsbild: Zusätzlich zu der Auszeichnung als Leuchtturm erhielt die Stadt Wolfenbüttel 15.000 Euro. Foto: Stadt Wolfenbüttel

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