Wolfenbüttel will seine vorhandenen Grünflächen gezielt aufwerten, statt einen neuen Stadtpark anzulegen. Nach der Sommerpause berät die Politik über ein neues Freiraumentwicklungskonzept.
Das Konzept wurde ursprünglich für eine mögliche Bewerbung zur Landesgartenschau 2030 entwickelt. Nach dem Verzicht auf die Bewerbung will die Stadt das Papier als langfristigen Leitfaden für die Stadtentwicklung nutzen.
„Grüner Ring“ durch Wolfenbüttel
Im Mittelpunkt steht der sogenannte „Grüne Ring“. Er verbindet Stadtgraben, Seeligerpark, Okerufer und weitere Grünflächen zu einem mehr als 100 Hektar großen Freiraumsystem. Ziel ist es, diese Bereiche besser miteinander zu vernetzen, barrierefrei auszubauen und an den Klimawandel anzupassen.
Das Planungsbüro arc.grün sieht großes Potenzial in den bestehenden Strukturen. Neue Parkflächen seien nicht erforderlich. Stattdessen sollen vorhandene Grünanlagen gepflegt, ergänzt und ökologisch aufgewertet werden. Die Oker soll dabei eine noch stärkere Rolle als verbindendes Element spielen. Geplant sind unter anderem durchgängige Uferwege und zusätzliche Aufenthaltsbereiche.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Klimaschutz. Landwirtschaftliche Flächen im Norden und Süden der Stadt sollen als wichtige Frischluftgebiete erhalten bleiben. Gleichzeitig sollen wertvolle Biotope, Brutgebiete und die Wallanlagen besonders geschützt werden.
Über 20 Ideen für die Innenstadt
Das Konzept umfasst insgesamt 26 Projektideen. Zu den größten Vorhaben zählt die Umgestaltung des Apfelgartens. Dort könnten Parkplatzflächen entsiegelt und durch eine Obstwiese ersetzt werden. Als Ausgleich ist eine begrünte Parkpalette vorgesehen.
Für Diskussionen dürfte ein Vorschlag für den Schlossplatz sorgen. Eine rund 220 Meter lange Pergola mit Sonnensegeln und Sprühnebeldüsen könnte künftig Schatten spenden und die Aufenthaltsqualität an heißen Tagen verbessern, ohne den Platz dauerhaft zu verändern.
Umsetzung mit Fördermitteln geplant
Weitere Projekte betreffen den südlichen Stadteingang, den Bereich rund um den Bahnhof sowie den Landeshuter Platz, wo entsiegelte Flächen und neue Grünbereiche entstehen könnten.
Die Stadt möchte die einzelnen Maßnahmen schrittweise umsetzen und dabei Fördermittel von Bund, Land und EU einwerben. Das Freiraumentwicklungskonzept soll künftig als Grundlage für die Weiterentwicklung der Wolfenbütteler Grün- und Freiflächen dienen.
Beitragsbild: Der Schlossplatz in Wolfenbüttel soll umgestaltet werden. Foto: Stadt Wolfenbüttel
