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Die Stadt Wolfenbüttel hat ihr Konzept für die Wärmewende vorgestellt. Auch mit guter Zusammenarbeit bleibt wenig Zeit.

Wolfenbüttel setzt auf zwei Strategien bei Wärmewende

Die Stadt Wolfenbüttel nimmt Tempo bei der Wärmewende auf. Bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung am Mittwoch stellten Verwaltung, Stadtwerke und Fachbüros den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung vor. Obwohl die verschiedenen Stellen laut Stadt gut zusammenarbeiten, bleibe nicht viel Zeit.

„Bis 2040 müssen wir die Wärmeversorgung komplett umstellen“, sagte Stadtbaurat Klaus Benscheidt gleich zu Beginn. Er betonte, dass es sich nicht um ein fernes Zukunftsprojekt handle, sondern um eine akute Aufgabe.

Der Wärmeplan, der kurz vor dem Abschluss steht, teilt das Stadtgebiet in 46 Teilbereiche. Für jedes Gebiet wurden passende Lösungen entwickelt. Es wird keinen einheitlichen Weg geben. Stattdessen setzt die Stadt auf zwei zentrale Ansätze. Zentrale Wärmenetze eignen sich gut in dicht besiedelten Gebieten wie dem Stadtzentrum. Dezentrale Lösungen – vor allem Wärmepumpen – in Gebieten mit Einfamilienhausbebauung. 

14 Jahre bis zur Klimaneutralität: „Starten statt warten“

Rund 600 Gigawattstunden Wärme werden derzeit jährlich in der Stadt verbraucht. Über 90 Prozent davon stammen noch aus fossilen Energieträgern. „Nur etwa sechs Prozent kommen aus erneuerbaren Quellen“, erklärte Emma Brandebusemeyer, Koordinatorin für die kommunale Wärmeplanung der Stadt Wolfenbüttel.

Die Wärmeplanung, die fast abgeschlossen ist, soll als strategische Grundlage dienen. Sie ist rechtlich unverbindlich, bietet aber Orientierung für Eigentümer, Vermieter und Unternehmen. „Es kommt auf jeden Einzelnen an“, betonte Brandebusemeyer.

Besonders deutlich wurde dabei die Rolle der Wohngebäude: Rund 86 Prozent aller beheizten Gebäude sind Wohngebäude, etwa 73 Prozent des Wärmeverbrauchs entfallen auf diesen Bereich. Gewerbe, Industrie und öffentliche Gebäude spielen im Vergleich eine deutlich kleinere Rolle.

Auch die Infrastruktur muss wachsen. „Wir müssen rund 180 Kilometer neue Stromleitungen verlegen“, erklärte Michael Stöhr von den Stadtwerken. Zudem seien zahlreiche neue Trafostationen notwendig. Die Folge: mehr Baustellen im Stadtgebiet.

Eine Schlüsselrolle spielt das Handwerk. „Die Wärmepumpe ist die Zukunft“, sagte Jörn Gallert von der SHK-Innung. Gleichzeitig warnte Energieberater Jürgen Häfner davor, vorschnell zu handeln. „Erst den Energiebedarf senken, dann die Heizung erneuern“, so sein Rat. Deswegen seien auch Sanierungen von Wohnhäusern wichtig.

Der Wärmeplan wird nun online und analog im Rathaus öffentlich ausgelegt, Bürger können bis Ende Mai Stellungnahmen abgeben. Im September soll die Politik entscheiden. Danach beginnt die Umsetzung.

Beitragsbild: Vor fast vollem Haus stellten die verschiedenen Beteiligten die Wärmeplanung vor und stellten sich Fragen. Fotos: Stadt Wolfenbüttel

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