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Wolters Eintracht

Kein Bier aus Hannover: Wolters soll Eintracht verbunden bleiben

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 9. Oktober 2026, 14:00 Uhr

Für die Fans von Eintracht Braunschweig gibt es nach den turbulenten Tagen rund um die traditionsreiche Wolters-Brauerei zumindest eine beruhigende Nachricht: Das künftig im Eintracht-Stadion ausgeschenkte Wolters-Bier soll nicht aus Hannover kommen. Das hat die TCB-Gruppe, die die Braunschweiger Biermarke übernehmen möchte, ausdrücklich klargestellt. Auch für die anderen Wolters-Liebhaber scheint eine Rettung der Marke mit gleicher Rezeptur in Aussicht. Die Zukunft der Marke nimmt damit langsam Gestalt an – auch wenn viele Fragen noch offenbleiben.

Stadionbier bleibt eine besondere Angelegenheit

Braunschweig und Hannover verbindet bekanntlich eine ausgeprägte sportliche Rivalität. Entsprechend sensibel dürfte für viele Eintracht-Anhänger die Vorstellung gewesen sein, dass ihr traditionelles Stadionbier künftig beim Rivalen in der Landeshauptstadt gebraut werden könnte. Schließlich gehört auch die hannoversche Gilde-Brauerei zur TCB-Gruppe.

Doch dazu soll es nicht kommen. Wie unter anderem das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtete, hat das Unternehmen am 8. Oktober eine entsprechende Erklärung abgegeben. Das RND zitiert Mike Gärtner von der TCB-Gruppe: „Die TCB stellt klar, dass nicht vorgesehen ist, das Eintracht-Stadion mit in Hannover gebrautem Bier zu beliefern.“ Die besondere Verbindung zwischen Wolters, der Stadt Braunschweig und dem Fußballverein soll bei den weiteren Entscheidungen berücksichtigt werden und wird seitens des voraussichtlichen Übernehmers ernst genommen.

Erste Schritte zur neuen Produktion laufen

Die TCB-Gruppe arbeitet bereits an der künftigen Herstellung der Wolters-Biere. Ein erster Probesud wurde am Standort Dresden angesetzt. Damit überprüft die Gruppe die Produktionsabläufe und Qualitätsanforderungen. Die bekannte Rezeptur soll erhalten bleiben. Eine Sicherheit, dass das Bier dort wirklich produziert wird, gibt es ebenfalls nicht.

Die eigentliche Braustätte an der Wolfenbütteler Straße steht dagegen vor der Schließung zum Jahresende. Laut NDR soll die traditionsreiche Marke unter dem Dach von TCB fortgeführt werden. An verschiedenen Standorten der Gruppe könnten bis zu 40 neue Beschäftigungsangebote für bisherige Wolters-Mitarbeiter geschaffen werden. Zwar hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vorgeschlagen, die Idee einer Genossenschaft zu prüfen und Teile der Brauerei in reduzierter Form in Braunschweig fortzuführen. Die TCB sieht diesen Plan jedoch als wirtschaftlich nicht tragfähig. Nach TCB-Einschätzung wären technische Modernisierungen in zweistelliger Millionenhöhe nötig (NDR-Bericht).

Eintracht hofft auf langfristige Zusammenarbeit

Bereits am 1. Oktober hatte sich Eintracht Braunschweig zur schwierigen Situation bei Wolters geäußert. In einer offiziellen Vereinsmitteilung bestätigten die Verantwortlichen, dass die Versorgung mit Wolters-Pils bei den Heimspielen bis zum Jahresende gesichert sei.

Gleichzeitig zeigte sich der Verein betroffen vom bevorstehenden Verlust der Braustätte und den Folgen für die Beschäftigten. Wie die Zusammenarbeit anschließend konkret fortgesetzt wird, war zu diesem Zeitpunkt noch ungeklärt.

Inzwischen haben die Beteiligten allerdings erklärt, das traditionsreiche Sponsoring fortsetzen zu wollen. „Die geplante Lösung soll außerdem die regionale Verbundenheit von Wolters bewahren“, schreibt die BRAWOGroup. „Unser Ziel ist es, eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive zu schaffen und zugleich die regionale Verbundenheit und Identität zu bewahren“, wird Gärtner beim RND weiter zitiert. 

Auch für das bisherige Brauereigelände könnte sich eine Perspektive ergeben. So prüft die TCB-Gruppe derzeit gemeinsam mit der Applaus GmbH, ob die Eventfläche künftig wieder für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden kann.

Damit zeichnet sich zumindest für die Partnerschaft zwischen Wolters, Braunschweig und Eintracht eine Perspektive ab.

Fest steht: Die Marke Wolters soll weiterleben, auch wenn der Brauvorgang künftig nicht mehr in Braunschweig stattfindet. Wo sich Produktion dauerhaft ansiedelt und wie sich die Zusammenarbeit mit Eintracht langfristig gestaltet, bleibt abzuwarten.

Zu den Hintergründen

Bereits im Juni hatte die Hofbrauhaus Wolters GmbH aufgrund sinkender Absatzzahlen und gestiegener Kosten Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die bisherige Geldgeberin, die Volksbank BRAWO, hatte über Jahre in die Brauerei investiert, stellte ihre finanzielle Unterstützung schließlich aber ein. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage, hoher Kosten und des erheblichen Modernisierungsbedarfs wäre ein neuer finanzstarker Investor nötig gewesen. Da sich für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Braunschweiger Produktionsstandorts kein geeigneter Investor fand, kündigten die Verantwortlichen Ende September die Schließung zum Jahresende an. Wenige Tage später zeichnete sich mit der TCB-Gruppe zumindest eine Rettung der traditionsreichen Biermarke ab.

Beitragsbild: Die Volksbank BRAWOGroup und TCB, der voraussichtliche Übernehmer der Marke Wolters, wollen weiter mit der Region verbunden wirtschaften. Ein bedeutendes Thema: das Wolters-Bier im Eintracht-Stadion. Bildquellen Fotocollage: Eintracht Braunschweig

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