Newsify Wischer Rot
Wie sicher ist die Asse? Wie schnell kann der Atommüll geborgen werden? Darum drehte sich die jüngste Sitzung des Runden Tisches Asse II.

Zeitplan wackelt: Runder Tisch fordert Alternativen für Zwischenlager

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. Dezember 2025, 12:58 Uhr

Wie sicher ist die Asse wirklich? Wie schnell kann der Atommüll geborgen werden? Gibt es wirklich keine Alternativen zum Zwischenlager. Diese Fragen standen im Zentrum der jüngsten Sitzung des Runden Tisches Asse II, zu der Samtgemeindebürgermeister Dirk Neumann (parteilos) führte.

Besonders im Fokus waren die Geschäftsführerin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Iris Graffunder, und Dr. Grit Gärtner, die für die Berechnungen der Konsequenzenanalysen verantwortlich ist.

Die Konsequenzenanalysen beschäftigen sich mit möglichen radioaktiven Belastungswerten, die in Zukunft auftreten könnten. Bislang lagen nur Ergebnisse zu einem Szenario vor, in dem Notfallmaßnahmen bereits umgesetzt sind.

Notfallplan, falls Rückholung scheitert

Nun aber geht es um die entscheidende Frage: Wie hoch wären die Belastungen, wenn der Schacht Asse II bereits absäuft, bevor die Notfallmaßnahmen abgeschlossen sind? Dafür müssen die Modelle der BGE weiter aktualisiert werden. Die nächsten Resultate sollen im Frühjahr 2026 präsentiert werden – ein Termin, der für die Region von großer Bedeutung ist.

In ihren Vorträgen erläuterten Graffunder und Gärtner den aktuellen Stand der geplanten Rückholung des mittelradioaktiven Atommülls aus der Einlagerungskammer 8a in 511 Metern Tiefe. Die Ausführungs- und Genehmigungsplanung wurde bereits ausgeschrieben.

Noch in diesem Jahr will die BGE die Kammer mit einer Kamera befahren lassen, um den Zustand der Fässer sowie Decke und Boden zu überprüfen. Zusätzlich sind Staubproben und radioaktive Messungen geplant.

Für Diskussion sorgte ein Vorschlag von Heike Wiegel, von der Initiative aufpASSEn, die rund um Schöppenstedt aktiv ist. „Man sollte prüfen, ob die Rückholung nicht über Schacht Asse 2 erfolgen kann“, sagte Wiegel. Hintergrund ist die Kritik am geplanten Schacht Asse 5. Der liegt von der entsprechenden Kammer weit entfernt. Zusätzlich würden dessen Bau und Genehmigungsverfahren enorm viel Zeit benötigen.

Angedachter Zeitplan kaum machbar

„Der angedachte Zeitplan ist aus unserer Sicht kaum einzuhalten“, betonte die BGE-Chefin. Die Vielzahl notwendiger Schritte verlangsame den Prozess erheblich. Dazu gehören unter anderem Genehmigungen durch das Niedersächsische Umweltministerium und zu Vorgaben der Atomaufsicht BASE

Trotz der Unsicherheiten fordern die Mitglieder des runden Tisches nach wie vor, auch einen Asse-fernen Standort für ein Zwischenlager ernsthaft zu prüfen.

Beitragsbild: Von links: Heike Wiegel, Dirk Neumann, Iris Graffunder und Dr. Grit Gärtner. Foto: Samtgemeinde Elm-Asse

Newsify_Wischer_schmal_präsentiert

Weitere News

Link kopiert ✓
1