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Im Interview sprechen die Mitglieder der Band Kambrium über Träume, Festivals und ihre Musikrichtung Melodic-Death-Metal.

20 Jahre Kambrium: Vom Fan vor der Bühne zum Rockharz-Act

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. Februar 2026, 15:35 Uhr

Teil zwei des Interviews mit der Band Kambrium aus Helmstedt.

20 Jahre, fünf Alben, große Festivalbühnen und immer noch jede Menge Wucht: Die Epic-Death-Metal-Band Kambrium aus Helmstedt feiert Jubiläum. Im Interview sprechen die Musiker über ihre Anfänge, den Weg von der „Lebensexplosion“ bis zum Auftritt beim Rockharz Open Air, ihren unverwechselbaren Sound zwischen Orchester, harten Riffs und Chören und warum Wacken noch immer auf der Wunschliste steht. Ein Gespräch über Träume, Technik, Durchhaltevermögen und zwei Jahrzehnte Metal-Leidenschaft. Ein großes Highlight für die Musiker ist ihr Jubiläumskonzert, das sie am Samstag, den 21. Februar, im KuFa-Haus in Braunschweig spielen. Mit dabei sind nicht nur die aktuellen Mitglieder Martin Simon, Jan Hein, Karsten Simon und Adrian Hermet, sondern auch Gäste wie der ehemalige Gitarrist Maximilian Werner.

Gab es in eurer Bandgeschichte einen Wendepunkt oder irgendeinen Punkt, der euch besonders geprägt hat?

Max: 2017 haben wir die Bestätigung bekommen, dass wir auf dem Rockharz spielen dürfen. Das ist ein großes Rock- und Metal-Festival im Nordharz. Vorher standen wir noch da als Fans, haben unsere großen Idole da auf der Bühne gesehen, haben uns das gewünscht, das war unser Traum so. Ein Jahr später ging der in Erfüllung. Das war auch ein Ding, das uns geprägt hat, weiterzumachen, zu sehen, das, was wir machen, ist cool.

Adrian: Rockharz war für mich persönlich ein Wendepunkt. ich bin ja erst ein Viertel der Gesamtzeit dabei. Ich bin ja erst 21 eingestiegen, 22 haben wir auf dem Rockharz gespielt. Es ist so, dass ich seit vielen vielen Jahren ein Rockharzgänger bin und da jedes Jahr hingegangen bin und mir irgendwann vorgenommen habe: Irgendwann will ich hier spielen. Ich habe ja schon ein paar Projekte gehabt. Das war immer mein Traum: Eine Band zu haben, die erfolgreich genug ist, dass ich irgendwann mal auf dem Rockharz spielen kann. Das stand ziemlich weit oben auf meiner Bucketlist und ich kann da jetzt einen Haken dran machen. Für mich persönlich fühlt sich das ganz ganz krass an.

Martin: Das Rockharz gehört auf jeden Fall mit dazu. Das war schon ein Traum, eine große Festivalbühne besteigen zu dürfen.

Max: Wie bei jeder Band auch der eine oder andere Besetzungswechsel.

Und wenn wir jetzt wieder in die heutige Zeit kommen, was bedeutet euch jetzt dieses 20-jährige Jubiläum?

Karsten: Och, das ist eine Mischung aus zurückblicken, was wir alles erreicht haben und ein Blick darauf, Mensch, das machen wir schon 20 Jahre. Das haben wir schon von anderen gehört: Mensch, 20 Jahre, die ihr das schon macht. Damals war ich 16, das ist eine lange Zeit. Und Ideen sammeln, was da jetzt noch so kommt.

Warum habt ihr euch damals für Melodic-Death-Metal entschieden?

Martin: Das ist auch eher so entstanden. Es war eine Musikrichtung, die uns allen gefiel. Jeder hatte so seine Präferenzen und wir haben das irgendwie zusammengemischt. Es ist glaube ich eher so entstanden, als dass es gewollt wurde. Jeder hat so seinen Stil, oder wie er spielen wollte, eingebracht im ersten Album.

Karsten, wie hörst du als Tontechniker der Band die Musik?

Karsten: Meistens muss ich Musik spielen, während wir spielen, deswegen kann ich ja schlecht beides machen deswegen. Aber ja, meine Hörgewohnheiten stecken da auch natürlich drin. Das gleiche, was du gefragt hattest zu der Musik, wie sie sich zusammensetzt. Natürlich ist da viel von Jan, der die Songs schreibt, man entdeckt im Grundsound aber von jedem Musikgeschmack von uns etwas.

Adrian: Es ist auch so ein komischer Gedanke: Du wirst als Künstler, als Musiker, nie deine eigene Show live spielen sehen können, weil du immer selbst spielst. (Gespräche darüber, ob man seine Band live sehen kann) Es klingt über unsere PA immer anders als was man vor der Bühne hört.

Ihr hab schon mit ein paar Leuten zusammengearbeitet für einige Alben. Mit wem hat die Zusammenarbeit besonders Spaß gemacht?

Karsten: Wir hatten den Martin Schneller bei vielen Alben dabei, der hat auch ein paar Chöre bei uns gesungen, der unterstützt mich immer bei meinen Gesangsparts, was Studioarbeit angeht. Ansonsten hatten wir auch immer Spaß im Kohlekellerstudio, weil wir von da auch was die Drums angeht immer sehr positives Feedback. Man entwickelt sich ja auch mit der Zeit, man lernt hier was, man lernt da was.

Martin: Das ist eine schöne Erfahrung, das ist toll, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten, aber am Ende ist es auch eine nüchterne Sache. Man fragt jemanden, ob der Lust hat, mitzumachen, dann hat man ganz kurz mit dem telefoniert. Dann schickt man dem den Text zu und ein Audiofile, auf die er darauf singen kann und dann bekommt man eine Tonspur zurück und dann ist die Nummer meist schon durch. Es ist ein bisschen nüchterner als man sich das vielleicht vorstellt. Aber es ist trotzdem ganz toll diese Leute auf dem Album drauf zu haben, weil es eine neue Stimme gibt, es gibt ein neuen Klang mit dazu, das macht schon Spaß, ja.

Mit welchem Künstler oder mit welcher Künstlerin wollt ihr in Zukunft mal zusammenarbeiten?

Karsten: Da halten wir uns offen und sagen nichts zu.

Adrian: Es gibt ein paar Leute, die ich gerne einmal kennenlernen würde, aber man sagt ja auch immer, never meet your idol. Vielleicht nicht so eng zusammenarbeiten, aber zusammen auf Tour gehen oder die Bühne teilen könnte ich mir vorstellen Guerilla aus Portugal, mit denen mal was zusammen machen fände ich cool oder zusammen mal einen Auftritt gestalten. Ich würde ganz gerne mal Sabaton kennenlernen, die Jungs sollen total nett sein, mit denen würde ich ganz gerne mal zusammenarbeiten oder mit Sugar, das ist auch eine Band, die mich persönlich sehr beeinflusst hat. Das sind faszinierende Leute, die Musik glaube ich anders verstehen als der Rest der Welt. Es sind Menschen, zu denen ich aufblicke und die ich gerne kennenlernen wollen würde und mit denen ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Die sind schon sehr groß, ich weiß nicht, ob die mit uns zusammenarbeiten wollen würden.

Beitragsbild: Während der Probe spielt die Band Kambrium auch schon mit dem Licht, das die Musiker mit auf die Bühnen bringen. Foto: Sophie Weinmann

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