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„Gutes Essen gehört auf den Teller – nicht in den Müll!“

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 3. Dezember 2025, 14:03 Uhr

Gymnasiasten des Schöninger Anna Sophianeums setzen starkes Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Noch immer landen jährlich Tonnen genießbarer Lebensmittel im Müll. Warum ist das so und was kann man dagegen unternehmen? Dieser Frage hat sich eine Gruppe von Schülern des Schöninger Gymnasiums Anna-Sophianeum während einer Projektwoche zum Thema „Gesundheit und Wohlergehen“ gewidmet. Dabei haben sie kreative, nachhaltige und vor allem leckere Antworten erarbeitet.

Essen teilen, nicht entsorgen

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Jennifer Winter von der foodsharing-Community Schöningen erläutert das Konzept „foodsharing“

Die Projektgruppe „foodsharing gegen Foodwaste – don’t let good food go bad“ hat in der Themenwoche die Ursachen und Folgen von Lebensmittelverschwendung untersucht. Bei ihren Recherchen sind die Schüler auf erschreckende Zahlen gestoßen, die zum einen die schiere Masse der verschwendeten Lebensmittel aufzeigten und zum anderen darstellten, dass das Problem vor allem in Privathaushalten besteht. „Dass zu Hause am meisten weggeworfen wird, hat mich schon erstaunt.“, sagt Davina Frank (Klasse 7). Malin Howorka (Klasse 9) ergänzt: „Durch das Projekt weiß ich jetzt, dass das nicht nur die Müllabfuhr und unsere Portemonnaies belastet. Auch die Menschen im globalen Süden leiden unter den Auswirkungen der Lebensmittelverschwendung. Ihre Ressourcen wie Land und Wasser werden immer mehr für die globale Nahrungsmittelproduktion benötigt – zu oft auf Kosten des lokalen Nahrungsmittelanbaus und -verkaufs. Das ist nicht fair.“

Praktische Maßnahmen ergänzen theoretische Erkenntnisse

Auf die Erkenntnisse der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Foodwaste“ arbeitete die Schülerschaft auch an praktischen Lösungen und Maßnahmen, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Unter anderem nahmen sie als „Lebensmittelretter“ an Lebensmittelabholungen bei örtlichen Supermärkten teil, die von Jennifer Winter von der foodsharing-Community Schöningen organisiert werden. „Als wir die Lebensmittel abgeholt haben, war ich erschrocken, welche Menge da auf uns wartete – kein Müll, sondern essbare Lebensmittel!“, merkte Ulla Kiehne (Klasse 6) nachdenklich an. Hierbei handelt es sich vorrangig um nicht mehr verkäufliche, dennoch aber genießbare Waren, deren Haltbarkeit überschritten war, die Druckstellen aufwiesen oder deren Verpackung beschädigt war.

Die gesammelten Lebensmittel hat die Projektgruppe im Jugendfreizeitzentrum gleich in köstliche Gerichte verwandelt. Unterstützt wurden die Schüler von Christine Tappiser, der 1. Vorsitzenden der Landfrauen Schöningen. „Das gemeinsame Kochen war mein Highlight. Wir haben aus alten Brötchen Chips gemacht – die waren mega lecker!“, schwärmt Dennis Sauer (Klasse 8). Auch Muffins, Crumbles und Smoothies sowie eine Hühnersuppe sind entstanden. „Ich hätte nie gedacht, dass man aus vermeintlichen Resten so kreative Gerichte zaubern kann. Jetzt sehe ich den Kühlschrank zu Hause ganz anders.“, stellte Anny Binroth fest (Klasse 9).

Die Projektwoche endete mit einer großen Präsentation der Ergebnisse und Umsetzungen für die gesamte Schulgemeinschaft des Gymnasiums – mit Infotafeln, Wissenstests, Kurzvideos, einem Kinobeitrag und natürlich vielen selbstgemachten Leckereien. Das Fazit: Bewusstes Einkaufen, richtige Lagerung und kreative Resteverwertung können jede Menge bewirken – und machen sogar Spaß.

Vom Projekt zur Kampagne

Die Event-AG des Anna Sophianeum baut nun auf der Arbeit der Projektwoche auf, in dem die SChüler nachhaltig eine Broschüre zum Thema „Lebensmittel retten – verwenden statt verschwenden“ gestalten. Sie enthält neben wichtigen Hintergrundinformationen auch zwölf saisonale Rezepte. „An der Broschüre zu arbeiten hat Spaß gemacht. Jeder hat etwas beigetragen“, berichtete Tabea Linnert (Klasse 10). Außerdem entwickelten die Schüler einen Infoflyer mit QR-Code zur digitalen Vollversion. Diese 2500 Flyer werden in der Schule und über zentrale Ausgabestellen für den Abfuhrkalender des Landkreises an die Haushalte verteilt. Die 18-seitige Broschüre ist auf der Homepage der Schule und demnächst auch auf der Website des Landkreises (www.landkreis-helmstedt.de/abfall) abrufbar. Für das kommende Jahr prüft der Landkreis, einen Abschnitt auf dem offiziellen Abfuhrkalender der Region für die Schülerkampagne bereitzustellen.

Engagement, das wirkt

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat sich spürbar verändert. Bewusster Genuss ist dabei vielen Teilnehmern deutlich vor Augen geführt und möchte auch umgesetzt werden. Schon kleine Schritte können hier zu großen Ergebnissen führen. „Unsere Schülerinnen und Schüler haben gezeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort ist, sondern mit Kreativität, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein ganz konkret gelebt werden kann.“, so das Resümee der betreuenden Lehrkraft Christiane Droz. 

Möglich wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) im Rahmen des Förderprogramms „action! Aktiv für eine globale Welt“ mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ein Teil dieser Förderung wurde in recyceltes Mehrweggeschirr investiert, das bei der Zubereitung und Präsentation der „geretteten“ Speisen verwendet wurde und auch in Zukunft in unserer Schulcafeteria „Essbar“ zum Einsatz kommen wird. Der Großteil der Fördersumme wurde schließlich für den Druck der Flyer eingesetzt.

Ein ganz besonderer Dank gilt auch den Unterstützern Jennifer Winter (foodsharing Schöningen), Katharina Durow (Penny Schöningen), René Harting (Marktkauf Schöningen), Nadine Kummert (Tafel Helmstedt), Christine Tappiser u. v. m.

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