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Karl-Heinz Mühe ist tot

Karl-Heinz Mühe ist tot – prägende Stimme der Stadt verstummt

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 8. Mai 2026, 16:02 Uhr

Der langjährige Bürgermeister und ehemalige Ratsherr Karl-Heinz Mühe ist am 1. Mai 2026 im Alter von 77 Jahren verstorben. Angaben zur Todesursache liegen derzeit nicht vor. Mit ihm verliert die Stadt Schöppenstedt eine über viele Jahrzehnte prägende kommunalpolitische Persönlichkeit.

Karl-Heinz Mühe wurde am 13. Januar 1949 in Schöppenstedt geboren und war zeitlebens eng mit seiner Heimatstadt verbunden. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er zunächst den Beruf des Maschinenschlossers. Später holte er das Abitur nach und entschied sich für den Lehrerberuf, in dem er mehrere Jahre tätig war. Seine berufliche Laufbahn führte ihn anschließend in die Politik, wo er sich als SPD-Parteimitglied früh kommunal engagierte und später auch überregional Verantwortung übernahm.

Kommunalpolitisches Wirken über Jahrzehnte

Über 46 Jahre gehörte Mühe dem Rat der Stadt Schöppenstedt an, davon 28 Jahre als Bürgermeister. In dieser Funktion prägte er die Entwicklung der Stadt über nahezu drei Jahrzehnte entscheidend mit und gehörte zu den dienstältesten Kommunalpolitikern im Landkreis.

Auch über die kommunale Ebene hinaus war er politisch aktiv, unter anderem als Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag sowie in leitender Funktion beim SPD-Bezirk Braunschweig. Sein politisches Selbstverständnis war dabei stark von Gestaltungswillen und dem Anspruch geprägt, konkrete Veränderungen vor Ort umzusetzen.

Prägende Figur für die Entwicklung Schöppenstedts

Die städtebauliche und infrastrukturelle Entwicklung Schöppenstedts ist eng mit seinem Wirken verbunden. In seine Amtszeit fallen zahlreiche Projekte, darunter der Bau und die Weiterentwicklung von Schulen, Kindertagesstätten, Sport- und Spielanlagen sowie die Ausweisung neuer Baugebiete.

Karl-Heinz Mühe ist tot
Karl-Heinz Mühe bei seiner Rede zur Eröffnung des modernisierten Bahnhofsgeländes in Schöppenstedt im Jahr 2019

Auch kulturelle und gesellschaftliche Einrichtungen wurden unter seiner Mitwirkung realisiert, darunter das Till-Eulenspiegel-Museum, das Jugendzentrum beziehungsweise Mehrgenerationenhaus sowie die Eulenspiegelhalle. Hinzu kamen Maßnahmen wie die Neugestaltung des Marktplatzes und die Entwicklung des Bahnhofsumfelds.

Neben größeren Bauprojekten prägten auch zahlreiche lokale Initiativen das Bild seiner Amtszeit. Darunter Stadtfeste, Ferienpassaktionen und Radtouren, die er teilweise selbst mit initiierte.

Ein Leben für die Stadt und ihre Menschen

Für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement wurde Karl-Heinz Mühe 1992 mit dem Ehrenring der Stadt Schöppenstedt ausgezeichnet. 2013 erhielt er zudem das Bundesverdienstkreuz. Besonders hervorgehoben wurde stets sein Einsatz für die Jugendarbeit sowie sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Auch sein persönlicher Stil, geprägt von Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie einer oft pragmatischen Herangehensweise, galt als charakteristisch für seine Amtsführung.

Karl-Heinz Mühe ist tot
Karl-Heinz Mühe am Rednerpult bei seiner letzten Ratssitzung als Schöppenstedter Bürgermeister im Mai 2020 in der Eulenspiegelhalle

Im Jahr 2020 legte Mühe nach mehr als 28 Jahren als Bürgermeister sein Amt nieder. Er begründete diesen Schritt mit dem Wunsch, einen Generationswechsel in der Kommunalpolitik zu ermöglichen. Seine Mandate in den kommunalen Gremien führte er noch bis zur Wahl 2021 fort.

Karl-Heinz Mühe war verheiratet mit seiner Ehefrau Elke. Das Paar feierte im Februar dieses Jahres Goldene Hochzeit und blickte auf ein langes gemeinsames Leben zurück. Er hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

Am Tag ihrer Goldenen Hochzeit bekamen Karl-Heinz Mühe (2. v. l.) und seine Frau Elke (rechts) Besuch von Rüdiger Bobka, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins, sowie von Andrea Föniger (SPD), Mühes Nachfolgerin als Stadtoberhaupt von Schöppenstedt

Mit Karl-Heinz Mühe verliert Schöppenstedt nicht nur einen verdienten Kommunalpolitiker, der die Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgestaltet und geprägt hat, sondern auch eine menschliche Persönlichkeit mit geradlinigem Charakter, Herzlichkeit und aufrichtigem Engagement.

4 Kommentare

  1. ich kenne ihn persönlich – ein sehr liebevoller Mensch. Ich vermisse ihn sehr.

  2. mit großer Bestürzung erfuhr ich heute, dass Karl-Heinz am 1. Mai verstorben ist. Ich möchte der gesamten Familie Mühe meine tiefe Anteilnahme ausdrücken.

    Als sein Klassenkamerad in der Grundschule haben wir unser Leben nach der Schule zwar nicht gemeinsam in Schöppenstedt verbracht. Aber wir hatten immer wieder Kontakt, zum Beispiel auch auf Bundesparteitagen der SPD.

    Tatsächlich habe ich das frühe Engagement von “Kalle” bei den Freizeiten der Falken und später in den politischen Ämtern, vor allem aber als Bürgermeister unserer kleinen Stadt bewundert. Ich war eigentlich nicht erstaunt über seine geradezu legendären Wahlerfolge in der Kommunalpolitik, sondern beeindruckt von seinem unermüdlichen Einsatz für die politischen Aufgaben in Stadt, Kreis und Landtag.

    Ein wesentlicher Grund dafür, dass ich mich nie vom Ortsverein Schöppenstedt umgemeldet habe in die Ortsvereine dort, wo ich gerade lebte und arbeitete, war er. Zudem war ich meist im Ausland. Kalle symbolisierte die Einheit von Bürgernähe und klarem politischen Standpunkt, den ich von der deutschen Sozialdemokratie erhoffte. Auch nach seinem Tod möchte ich Mitglied des Ortsvereins Schöppenstedt bleiben.

    Ich werde Karl-Heinz immer in bester Erinnerung behalten.

  3. Mein herzliches Beileid. Ich wünsche der Familie ganz viel Kraft in der schweren Zeit.

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