Angesichts der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten hat das Land Niedersachsen ein weitreichendes Verbot erlassen: Tiertransporte in mehrere Kriegsgebiete sind ab sofort untersagt. Betroffen sind unter anderem Transporte nach Israel, Iran, Irak und Saudi-Arabien sowie durch diese Gebiete.
Das Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat dazu einen Erlass an die kommunalen Veterinärämter verschickt. Betroffen sind Transporte von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen. Das Verbot gilt auf unbestimmte Zeit.
Sicherheit der Tiere in Gefahr
„Die Sicherheitslage ist durch Luftangriffe und Gegenschläge extrem angespannt“, erklärt Staatssekretärin Frauke Patzke. „Die Sicherheit der Tiere kann unter diesen Bedingungen nicht mehr gewährleistet werden.“
Hintergrund sind unter anderem gesperrte Lufträume und unvorhersehbare Transportbedingungen. Nach EU-Vorgaben dürfen Tiere nicht befördert werden, wenn ihnen dabei Verletzungen oder unnötige Leiden drohen. Genau das sieht das Ministerium aktuell als Risiko. Transportzeiten könnten sich verlängern, Routen kurzfristig ändern oder ganz ausfallen.
Bereits 2022 hatte Niedersachsen Tiertransporte im Zuge des Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Osteuropa gestoppt. Das aktuelle Verbot sei daher „ein weiterer unverzichtbarer Schritt aus Tierschutzsicht“, so Patzke.
Wie relevant die Transporte bislang waren, zeigen Zahlen des Landes: 2024 wurden über 1000 Zuchtfärsen per Flugzeug in den Irak exportiert, 2025 waren es noch mehr als 800 Tiere.
Ob und wann das Verbot aufgehoben wird, ist derzeit offen. Entscheidend bleibt die Entwicklung der Sicherheitslage in der Region.
Beitragsbild: Tiere dürfen momentan nicht in den Nahen Osten transportiert werden. Foto: Stock
