Während der letzten Sitzung des Samtgemeinderates Elm-Asse in Remlingen wurden die scheidenden Mitglieder verabschiedet. Darunter war auch der Samtgemeindebürgermeister Dirk Neumann (parteilos). Seine Amtszeit endet am Samstag, den 31. Oktober, nach dem er in den Ruhestand geht.
Die Mitglieder des Rates bedankten sich bei ihm für seine Arbeit während der vergangenen sechs Jahre. Die verschiedenen Fraktionen überreichten neben wertschätzenden Worden jeweils noch Geschenke zum Abschied.
Herausforderungen zum Start der Amtszeit
„Du hast den Posten während einer schwierigen Zeit übernommen“, sagte Michael Waßmann (SPD). Der Politiker war während der Kommunalwahlen 2019 gegen Neumann angetreten. Im Januar 2020 hatte Neumann sein Amt angetreten. Im März begann die Corona-Pandemie, die viele Schwierigkeiten mit sich brachte.

Außerdem war Neumann der erste männliche Bürgermeister der Samtgemeinde Elm-Asse, die aus den beiden Samtgemeinden Elm und Asse zusammengefügt wurde. Neumann stand vor der Aufgabe, die beiden Kommunen zusammen an einen Tisch zu bringen.
Auch Neumann sprach von schwierigen ersten zweieinhalb Jahren, die ganz anders gekommen sind als erwartet. Corona „forderte die Verwaltung in einer noch nicht dagewesenen Form“, sagte er rückblickend in seiner Rede. Auch der russische Krieg in der Ukraine brachte Probleme bis in die Samtgemeinde, deren Flüchtlingen die Kommune „schnell und demokratisch ein Zuhause bieten“ musste.
Neumann sagte mit Stolz, dass die Kommune Probleme in dieser Zeit „mit Umsicht, Feingefühl und Struktur“ geregelt haben.
Viele Projekte in der Samtgemeinde umgesetzt
Er blickte auch zurück auf viele Projekte, die der Rat während Neumanns Amtszeit mitgetragen und die Verwaltung umgesetzt hatte. Unter anderem wurden umgesetzt:
- Die Kita Fantasia in Denkte wurde erweitert,
- die Turnhalle in Wittmar saniert,
- die Kindertagesstätte in Winnigstedt erweitert,
- der Neubau des Planschbeckens im Freibad Schöppenstedt,
- die Beckensanierung im Freibad Denkte,
- der Bau eines Naturkindergartens in Schliestedt,
- der Neubau des Feuerwehrhauses in Dahlum mit einem Dorfgemeinschaftshaus,
- die Gemeinde mit angedockt,
- der Neubau eines Feuerwehrhauses in Winnigstedt,
- der Bau eines Co-Working-Spaces in Remlingen mit 13 modernen, voll ausgestatteten Büroarbeitsplätzen im ehemaligen Verwaltungsgebäude der alten Samtgemeinde Asse,
- die Anschaffung von 12 Feuerwehrfahrzuegen für unsere 34 Orte und der Neubau des Freibads Remling.
Neumann verwies außerdem auf die kommunale Wärmeplanung der Samtgemeinde, womit die Kommune eine der Ersten in Niedersachsen mit einer stehenden Planung ist. „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, die sich in den vergangenen Jahren so entwickelt hat“, sagt Neumann. Er empfand die Fusion als geglückt und mit „motivierenden Impulsen“ an die Mitarbeitenden.

Neumann kritisierte auch einiges im Umgang in der lokalen Politik, die stellenweise „beschämend und missachtend mit Blick auf die Kolleginnen und Kollegen“ gewesen seien.
Kritik an Stichwahlkandidaten
Mitunter kritisierte er Sebastian Niehoff und Andrea Föniger, weil sich beide im Wahlkampf „mit fremden Federn geschmückt“ hätten.
„Ein Kandidat hat das Projekt Segensreich in Schöppenstedt zu unser aller Verwunderung finanziell gerettet, obwohl er nichts aber gar nichts mit diesem Projekt und der Finanzierung zu tun hatte“, kritisierte Neumann den neuen Samtgemeindebürgermeister Sebastian Niehoff.
„Er hat sich erdreistet, ohne dazu in irgend einer Weise legitimiert gewesen zu sein, Finanzierungszusagen für den Landkreis, die Samtgemeinde und die Stadt zu veröffentlichen, und gefährdete damit die weitere Beratung und die erforderlichen Beschlüsse.“

„Eine Kandidatin war plötzlich gemeinsam mit Schöppenstedtern SPD-Parteikollegen für die Förderzusage von 900.000 Euro für die Sanierung der Sportanlage Schöppenstedt verantwortlich, obwohl sie nichts, aber auch gar nichts, mit diesem Förderantrag zu tun hatte“, kritisierte er auch Andrea Föniger.
„Sich zudem in der Presse als meine bisherige Stellvertreterin hinzustellen, und der Bevölkerung zu vermitteln, dass man als stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin bereits viele gute Einblicke in die Arbeit des Samtgemeindebürgermeisters und der Verwaltung hatte, hat mich schon in die Sprachlosigkeit gebracht“, wunderte er sich.
„Ich glaube, wir kennen alle die Aufgaben der drei ehrenamtlichen stellvertretender Samtgemeindebürgermeister, die nichts mit den Aufgaben meines Allgemeinen Vertreters zu tun haben.“
Viel geschafft als Bürgermeister
Neumann resümierte, dass er die Fusion der Samtgemeinde noch nicht ganz hinbekommen habe. „Ich habe allen Mitgliedsgemeinden die Hände gereicht, was insbesondere von der größten Mitgliedsgemeinde, der Stadt Schöppenstedt, abgelehnt wurde“, sagte Neumann.
Es seien außerdem „Behauptungen und Unwarheiten“ aufgestellt worden, dass er unter anderem „alle Projekte der Stadt“ blockiere.
Dennoch freute er sich, wie weit die Samtgemeinde bis dato gekommen ist. „Ich bedanke mich bei dem Samtgemeinderat für die gute Zusammenarbeit unddas Vertrauen, das mir vom überwiegenden Teil der Ratsmitglieder entgegengebracht wurde“, sagte er zum Schluss. „Es war meine Ehre, für die gesamte Gemeinde für die rund 18.000 Menschen, die hier leben, da zu sein und das Ein oder Andere für die Gemeinde lebenswert auf die Reise zu schicken.“
Beitragsbild: Der Samtgemeindebürgermeister Dirk Neumann wurde zum Ende der letzten Sitzung seiner Amtszeit verabschiedet. Fotos: Sophie Weinmann

2 Kommentare
Sehr geehrter Frau Kramer-Grodd,
wir berichten auch darüber, der Artikel geht/ging am Samstag, den 3. Oktober, um 15 Uhr online. Wegen des Umfangs der verschiedenen Tagesordnungspunkte teilen wir die Themen, über die wir berichten auf verschiedene Artikel auf.
Interessant wäre auch eine Berichterstattung über die anderen Themen, die auf der Tagesordnung standen. Aber vielleicht ist das ja ein zweiter Bericht!?