Die Überraschung war groß am Schöppenstedter Bahnhof: Bodo Bergmann wurde von Kollegen, Familie und Freunden am Ende seiner letzten Fahrt als Lokführer für die Deutsche Bahn mit einem großen Empfang überrascht.
Gut dreißig Menschen warteten auf den Zugführer am Schöppenstedter Bahnhof. Einige von ihnen hatten sogar Schilder mitgebracht, die sie an den Zaun am Ende des Gleises hingen oder während der Einfahrt des Zuges hochhielten.



Schon morgens am Dienstag, den 23. Dezember 2025, waren die ersten vor Ort, um ein Zelt, Tische und einen kleinen Grill aufzubauen. Dafür war der Parkplatz kurz vor dem Stoppschild mit Pylonen gesperrt. „Ich habe mich heute Morgen gewundert, warum der Parkplatz gesperrt ist“, erzählte Bergmann am Nachmittag von seinem Arbeitsantritt. Etwas gedacht hat er sich dabei nicht, für ihn verlief der Tag erst einmal wie jeder andere.
Heimlicher Aufbau vor Ort
Während Bergmann andere Strecken fuhr, bauten mehrere Leute vor Ort auf. Das Zelt, die Tische, Essen und Getränke richteten sie für die Überraschung her. Organisiert hat den Empfang Bergmanns Partnerin, Barbara Mierau, gemeinsam mit Michél Taake. Sie koordinierten den Aufbau und wer was mitbrachte. Sie kannten auch Bergmanns Dienstplan und welches Zeitfenster sie vor Ort hatten.
Seit September planten sie schon daran, erzählt Mierau im Gespräch. Eine große Schwierigkeit war, dass niemand etwas erzählen durfte. „Jeder musste dicht halten“, sagte sie.
Auf dieser letzen Fahrt fuhren für Bergmann scheinbar zufälligerweise einige Freunde mit aus Braunschweig nach Schöppenstedt. Zusätzlich wollte sein Teamleiter Justin Hoffmann eine Begleitfahrt machen. Für diesen fuhr er humoristisch pointiert so, wie es im Buche steht, erzählte Bergmann mit einem Lächeln.



Bergmann ist seit 2007 im Braunschweiger Süden Züge gefahren. Seine Reise bei der Deutschen Bahn begann aber 1975 als Auszubildender. „Wir haben sogar noch an Dampfloks gearbeitet“, sagte er mit Begeisterung. Nach einem Dienst beim Bund fuhr er Züge, blieb mit Zugfahren in der Region Helmstedt aber Nahe an seiner Heimat in Schöppenstedt.
Von Empfang überrumpelt
In Schöppenstedt angekommen schlug der Lokführer im Angesicht des Begrüßungsaufgebots im Führerstand die Hände über dem Kopf zusammen. „Eigentlich melden wir uns immer in Wolfenbüttel bei der Fahrdienstleitung, wenn wir angekommen sind. Das habe ich nicht mehr sagen können. Ich hatte Tränen in den Augen“, beschrieb der Schöppenstedter im Nachhinein. Am Bahngleis empfingen ihn dann viele Umarmungen und Applaus.
Bis zum offiziellen Ende seiner Arbeitszeit im kommenden Jahr muss Bergmann nicht mehr arbeiten. Er nimmt bis dahin seinen Urlaub und baut seine Überstunden ab.
Beitragsbild: Bergmann wurde auf dem Gleis herzlich empfangen. Fotos: Sophie Weinmann

Ein Kommentar
Hallo liebes Redaktions Team 👋.
Habt vielen lieben Dank für diesen Artikel in “ Newsify “ 👍. Ich habe mich riesig gefreut, dass ein Schöppenstedter so viel Aufmerksamkeit bekommt, Hut ab ☝, aber Ihr seid ja eigentlich immer auf neuesten Stand und sehr nah am „Volk“ . Auch Dir lieber Thomas viel Erfolg weiterhin 👍. Frau Weinmann , seien Sie auch von mir umarmt 🤗. Ich komme im neuen Jahr mal mit einem Päckchen Kaffee vorbei 👍. Allen Mitarbeitern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. MfG Bodo Bergmann