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Auf dem Heeseberg stehen drei fertig gebaute Tiny-Häuser seit rund drei Jahren ungenutzt auf dem Gelände einer Ausflugsgaststätte.

Tiny-Haus Debakel auf dem Heeseberg

Auf dem Heeseberg stehen drei fertig gebaute Tiny-Häuser seit rund drei Jahren ungenutzt auf dem Gelände einer Ausflugsgaststätte. Betreiber Christian Basner wollte mit ihnen wenigen Gästen eine Übernachtung am bestehenden Standort ermöglichen. Doch das Vorhaben liegt in einem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) und Landschaftsschutzgebiet – und ist damit Teil eines grundsätzlichen Spannungsfelds zwischen Naturschutzrecht und kleinteiliger touristischer Entwicklung im ländlichen Raum.

Der Landkreis Helmstedt hatte das Projekt 2023 zunächst genehmigt. Nach Einwendungen des Umweltverbandes BUND kam es jedoch zu einer gerichtlichen Überprüfung. Das Verwaltungsgericht Braunschweig bewertete die Genehmigung wegen der Schutzgebietslage als nicht rechtmäßig. Der Landkreis hob sie daraufhin wieder auf.

Neuer Plan, dasselbe Problem

Basner passte seine Planung anschließend in Abstimmung mit Behörden und Fachstellen an. Die Häuser sollen nun ausschließlich im unmittelbaren Umfeld der bestehenden Gastronomie errichtet werden und der Übernachtung von Gästen des Betriebs dienen. Für die geänderte Planung erhielt er 2025 einen positiven Vorbescheid. Der vollständige Bauantrag liegt seit November vor, eine Entscheidung steht weiterhin aus.

Der Fall gilt Beobachtern als beispielhaft für die Frage, wie bestehende touristische Standorte in europäischen Schutzgebieten weiterentwickelt werden können. Gastronomie, Aussichtsturm und Parkplatz bestehen am Heeseberg seit Generationen. Nach Darstellung des Betreibers handelt es sich bei den Tiny-Häusern um eine Ergänzung dieser Nutzung und nicht um die Erschließung eines neuen Standorts.

FFH-Gebiete sind Teil des Natura-2000-Netzes der Europäischen Union und unterliegen strengen Schutzanforderungen. Projekte müssen ausgeschlossen werden, wenn sie die Erhaltungsziele erheblich beeinträchtigen können.

Gerade bei kleinmaßstäblichen Erweiterungen bestehender Nutzungen kommt es bundesweit immer wieder zu Konflikten zwischen Entwicklungsinteressen ländlicher Betriebe und europäischem Naturschutzrecht.

Drohende Verluste und knappe Fristen

Für Basner hat der Verfahrensstillstand auch wirtschaftliche Folgen. Für die Tiny-Häuser wurden 90.000 Euro Fördermittel bewilligt. Ohne Umsetzung droht die Rückforderung. Der Betreiber beziffert seine Investitionen und Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Projekt auf rund 370.000 Euro.

Eine Entscheidung des Landkreises über den Bauantrag steht weiterhin aus. Der Betreiber strebt nach eigenen Angaben eine rechtssichere Klärung im laufenden Genehmigungsverfahren an. Der Ausgang könnte über den Einzelfall hinaus Bedeutung für ähnliche Vorhaben in Schutzgebieten haben.

Beitragsbild: Drei Tiny-Häuser stehen eingezäunt auf dem Heeseberg. Foto: Christian Basner

12 Kommentare

  1. Der Heeseberg ist die Heimat meiner Familie.Unzählige Spaziergänge mit der Einkehr in den seit Jahrzehnten bestehenden Gastronomiebetrieb haben wir unternommen und werden folgen.Der Ausblick in die Landschaft ist phänomenal genauso wie Christian Barsner,der sich immer für seine Heimat, alle Bewohner und diesen phänomenalen Standort einsetzt.In Abwägung zur Natur stellen die drei Tiny-Häuser eine Bereicherung für die Gemeinde,die Region-Südkreis und eine Verweil-Oase dar,die es kein zweites Mal in unser Region gibt. Mal mit dem Herzen geschaut!!!
    Was wird passieren wenn der Heeseberg nicht mehr bewirtet wäre, eine trostlose Vorstellung. Die Attraktivität des Heeseberg steht und fällt mit Christian Barsner,da bin ich mir sehr sicher.
    Liebe Bürokraten, ja es gibt Gesetze und Vorschriften.Diese werden bis aufs äußerte gebogen und gezogen,wenn ein politisches Interesse besteht.Es gibt Greenwashing durch Zertifikate,die nur Geld einspühlen und keine Veränderung der Umweltverschmutzung zur Folge haben .
    Wo ist die da die Logik??? Es gibt,wenn gewollt, auch für den Heeseberg und Christian ausgleichende Maßnahmen,die den vermeintlichen Eingriff in die Natur zulassen.Der Heeseberg bietet diesen Ausblick in die schöne Natur und Christian Barsner biete die Möglichkeit einer Verweilplattform mit Ambiente, die seit Jahrzehnten dazugehörig ist.Für die Region ist Christina Barsner, der Heeseberg, Punkt.
    Für uns Bewohner ist ein umgehender Abschluss genau so wichtig, wie für Christian Barsner,wir verlieren eine Aufwertung des schwachen Südkreis und Christian eine große Investition in die Region.
    Entscheider macht euren Job!!!!!!

  2. Es ist wirklich traurig,dass jemand,der bemüht ist,gemeinsam auf einen Nenner zu kommen und bereit ist,Vorgaben und Voraussetzungen nachzukommen,so hingehalten wird.
    3 Jahre – Jeder Windpark,jeder Freiflächenphotovoltaikpark ist schneller genehmigt und errichtet,als dieses Bauvorhaben (Schutzgebiet hin oder her).Da fragt man sich,wenn man das Flächenverhältnis betrachtet,welches Vorhaben mehr ins Gewicht fällt (auch wenn Ausgleichs-und Ersatzmaßnahmen getroffen werden).
    Wir drücken Christian ganz fest die Daumen!

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