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Laut Angaben des Planungsverbandes Lappwaldsee werde der ehemalige Tagebau an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aktuell aktiv gestaltet.

Von Kohle zu Erholung: Der Plan und Stand um den Lappwaldsee

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 11. März 2026, 15:10 Uhr

Laut Angaben des Planungsverbandes Lappwaldsee werde der ehemalige Tagebau an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aktuell aktiv gestaltet. Das bedeutende Bauprojekt umfasse dabei die ehemaligen Tagebauflächen von Helmstedt und Wulfersdorf. Wie der Verband mitteilt, sei das erklärte Ziel eine nachhaltige Verwandlung des früheren Kohle- in ein modernes Erholungsgebiet.

Die technischen Daten in den Planungsunterlagen geben an, dass der Lappwaldsee künftig mindestens 122 Millionen Kubikmeter Wasser umfassen werde. Dies mache ihn zu einem attraktiven Ziel für den Wassersport. Des Weiteren werde die Wasserfläche rund fünf Quadratkilometer einnehmen. Den Berechnungen zufolge erstrecke sich die Uferlinie über mindestens elf Kilometer, während der See an seiner tiefsten Stelle zwischen 70 und 80 Metern messen werde. Mit diesen Ausmaßen, so die Prognose, entwickle sich das Gewässer zum viertgrößten See in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf.

Besonders hervorgehoben wird die Lage auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die dem Gebiet laut Experten ein deutschlandweites Alleinstellungsmerkmal verleiht. Das Projekt nutze dabei gezielt den sogenannten „Iron Curtain Trail“ sowie das „Grüne Band“. Es wird betont, dass die Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument eine große Chance für die gesamte Region biete, da Besucher hier eine enorme Dichte an historischen Zeugnissen fänden.

Bezüglich der Organisation gibt der Verband an, dass sein Gründungsdatum auf das Jahr 2019 datiere. Die Mitglieder hätten seitdem die nötigen planerischen Voraussetzungen für das Feriengebiet geschaffen. Als Grundlage diente der ,,Masterplan Helmstedt-Harbke See“. Später solle laut dem Verband der See auch Platz für Ferienhäuser bieten. Jedoch solle der genaue Endwasserstand die weitere Planung dieser Ansiedlung bestimmen.

Der Weg zum vollen See

Aktuell gehört die Fläche noch den Bergbauträgern Helmstedt Revier GmbH und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Die Grundstände stünden daher weiterhin unter der Aufsicht der Bergbehörden. Das Gebiet soll laut Verband erst freigegeben werden, wenn keine Gefahr mehr für Leib und Seele ausgehe.

Der See füllt sich aktuell mit Grund- und Sümpfungswasser. Dies kommt aus der ehemaligen Grube Schöningen-Südfeld. Berechnungen zufolge liegt der Wasserspiegel aktuell bei circa 89,2 Metern über Normalhöhennull. Experten zufolge soll der See 2034/35 einen Stand von 103 Metern erreichen. Des Weiteren soll die Endhöhe des Wasserstandes im See 111,6 Meter betragen. Fachleute berichten, dass das Klima den Wasserstand beeinflussen könne und daher im Nachhinein bauliche Änderungen an den Böschungen vorgenommen werden könnten.

Ab diesem Jahr erarbeiten Fachkräfte die genaue Trassenführung für Wander- und Radwanderwegnetze. Bis zum Jahr 2028 möchte der Verband und die LMBV den Wegebau auf der Seite von Sachsen-Anhalt abschließen. Trotz des derzeitigen Besitzes der Bergaufsicht war es dem Verband Lappwaldsee gestattet diverse Zwischennutzungen zu ermöglichen.

Zukunftsplan für das ehemalige Kohlerevier

Die Planungsverbände veranstalteten im Rahmen der Zukunftsplanung einen sogenannten Ideenwettbewerb, welchen ein Team aus Stuttgart mit seinem Konzept für eine grüne Energielandschaft gewonnen hat. Der Verband führe die neuen Ideen in einem gesamträumlichen Entwicklungskonzept zusammen.

Der neue Plan ersetzte nach der Bestätigung der Räte die alten Pläne, so der Verband. Bereits jetzt fänden Besucher des ehemaligen Tagebaus schon informative Tafeln über die Geschichte und Zukunft des Sees, sowie zehn Bänke auf der niedersächsischen Seite, von welchen der See begutachtet werden kann.

Regionale Wasserenergie aus Helmstedt bald möglich

Die Stadt Helmstedt plane zudem eine moderne Fernwärmeversorgung. Experten würden, neben der Abwärme der Abfallverwertungsanlage, die Nutzung der Wasserenergie aus dem See prüfen. Ein sogenanntes ,,Kaltes Wärmenetz“ nutze dabei die Energie des Wassers für Wärmepumpen, so die Behörden. Der LMBV und HSR boten als Eigentümer des Lappwaldsees das Gewässer für eine solche Nutzung an. Aktuell gründe die Stadt zusammen mir Avacon Natur eine eigene Wärmenetzgesellschaft.

Beitragsbild: Der Lappwaldsee in Helmstedt wird vom Tagebau zum Erholungs- und Energiegebiet. Foto: Guido Linke

3 Kommentare

  1. Eine kleine historische Stadt mit großen Zielen. Eine wirklich sehr gute Perspektive für Helmstedt, um in Zukunft wieder Fuß fassen zu können und sich neu aufzustellen.

    Ein wahrhaftiges Alleinstellungsmerkmal, wie der Verfasser bereits erwähnte ist definitiv die Lage. Schön, wenn Natur auf Innovation und Geschichte trifft.

    Gerne mehr davon. Es bleibt spannend.

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