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Um nicht bald auf dem Trockenen zu sitzen hat der Kreis ein Konzept entwickelt. Es warnt, beinhaltet aber auch Lösungen.

Landkreis schlägt Alarm: Beim Grundwasser wird die Luft dünner

Wie viel Wasser steht dem Landkreis Wolfenbüttel künftig noch zur Verfügung? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Wasserversorgungskonzept des Landkreises.

Schon aktuell verbietet der Kreis im Sommer die Wasserentnahme und tagsüber das Gießen. Die umfangreiche Analyse zeigt: Die Trinkwasserversorgung ist derzeit zwar gesichert, doch die Spielräume werden kleiner. Klimawandel, Trockenperioden und der steigende Nutzungsdruck setzen den Grundwasservorräten zunehmend zu.

Das vom Ingenieurbüro DHI WASY GmbH erarbeitete Konzept blickt bis ins Jahr 2100 und liefert Empfehlungen für einen nachhaltigen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource. Vorgestellt wurden die Ergebnisse jetzt in der Lindenhalle vor Vertretern aus Behörden, Kommunen, Landwirtschaft und Wasserversorgung.

Neue Wasserrechte werden schwieriger

Besonders deutlich wird die Situation beim Blick auf die Grundwasserkörper. In mehreren Bereichen des Landkreises ist die nutzbare Grundwasserreserve nahezu ausgeschöpft.

Um nicht bald auf dem Trockenen zu sitzen hat der Kreis ein Konzept entwickelt. Es warnt, beinhaltet aber auch Lösungen.
Das Wasserversorgungskonzept wurde vom Landkreis gemeinsam mit einem Ingenieur-Büro erarbeitet (v.l.n.r.):  Claudia Ferrara (Untere Wasserbehörde, LK Wolfenbüttel), Umweltdezernent Sven Volkers, Landrätin Christiana Steinbrügge, Umweltamtsleiterin Kristina Eß, Ferdinand Flechtner (DHI WASY GmbH) und Antje Dreblow-Wulf (Untere Wasserbehörde, LK Wolfenbüttel)

Neue Wasserrechte könnten deshalb künftig deutlich restriktiver vergeben werden. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil des im Landkreis geförderten Wassers in benachbarte Regionen geliefert wird.

Versorgung bleibt stabil – aber mit Risiken

Der aktuelle Wasserbedarf liegt bei rund 9,4 Millionen Kubikmetern pro Jahr. Etwa 95 Prozent davon entfallen auf Haushalte und Gewerbe. Nach den Berechnungen dürfte der Trinkwasserbedarf bis zum Jahr 2100 weitgehend stabil bleiben. Unsicherheiten ergeben sich jedoch durch den Klimawandel, längere Trockenphasen und mögliche Veränderungen beim Wasserverbrauch.

Weitere Untersuchungen geplant

Das Konzept empfiehlt, die Eigenversorgung langfristig zu sichern und bestehende Entnahme- sowie Lieferstrukturen regelmäßig zu überprüfen. Zudem sollen weitere Untersuchungen klären, wie Grund- und Oberflächenwasser miteinander zusammenhängen. Erste Ergebnisse dieser Analysen werden zwischen 2027 und 2029 erwartet.

Das Wasserversorgungskonzept soll künftig als Grundlage für wasserwirtschaftliche Entscheidungen dienen. Gleichzeitig spricht sich der Landkreis für eine regelmäßige Fortschreibung aus, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Der Kreistag muss nun über die weitere Finanzierung und Aktualisierung des Konzepts entscheiden.

Beitragsbild: und Teilnehmer aus Wasserbehörden, Verwaltungen, Gemeinden, Landwirtschaft, Wasserversorgen und Regionalverband erhielten und diskutierten die Ergebnisse des Wasserversorgungskonzepts in der Lindenhalle. Fotos: Landkreis Wolfenbüttel

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