Im Rahmen eines Besuchs im Schacht Asse II im Landkreis Wolfenbüttel ist die aktuelle Situation des ehemaligen Atommülllagers erneut in den Fokus gerückt. Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, Marcus Bosse, sowie der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Iris Graffunder, wurde ein Einblick in die Bedingungen unter Tage gewonnen. Auch die Bürgermeisterin der Stadt Schöppenstedt, Andrea Föniger, nahm an dem Termin teil und verschaffte sich vor Ort einen Eindruck der Lage. Die Begehung führte bis in eine Tiefe von rund 750 Metern und wurde im Anschluss durch einen fachlichen Dialog ergänzt.

Zentrale Fragen zur weiteren Entwicklung
Im Mittelpunkt des Austauschs standen zentrale Fragen zur weiteren Entwicklung der Schachtanlage Asse II. Thematisiert wurden unter anderem die Planungen zum Schacht Asse 5, die Gründe für die aktuell benannte Zeitschiene sowie mögliche Konsequenzen für den Fall, dass Teile der radioaktiven Abfälle in der Anlage verbleiben müssten.
Im Gespräch mit Iris Graffunder wurden insbesondere der aktuelle Stand der Rückholplanung, Sicherheitsaspekte sowie langfristige Perspektiven für die Region Elm-Asse erörtert. Dabei wurde deutlich, wie komplex die technischen und organisatorischen Herausforderungen weiterhin sind.
Sicherheit und Transparenz im Fokus
Im Rahmen des Orsttermins wurde die Bedeutung von Sicherheit und transparenter Kommunikation hervorgehoben. Andrea Föniger erklärte dazu: „Für mich steht die Sicherheit der Menschen in unserer Samtgemeinde an erster Stelle. Deshalb ist es mir wichtig, hier nicht nur zuzuhören, sondern genau hinzuschauen und kritisch nachzufragen. Die Menschen haben ein Recht auf Klarheit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit.“

In einer anschließenden Diskussionsrunde wurden gezielte Fragen aufgegriffen, die viele Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Elm-Asse beschäftigen. Dabei wurde die Notwendigkeit betont, Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten und offen zu kommunizieren. Föniger ergänzte: „Viele Menschen in unserer Region beschäftigt das Thema natürlich zurecht seit Jahren. Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind und offen kommuniziert werden.“
Bedeutung des Vor-Ort-Austauschs
Marcus Bosse unterstrich die Relevanz direkter Einblicke. „Der Besuch zeigt, wie wichtig es ist, politische Verantwortung mit konkreten Einblicken zu verbinden. Nur wer direkt vor Ort den Dialog sucht und mit den Entscheidern spricht, kann die Lage realistisch bewerten. Mutmaßungen und Halbwahrheiten sind unangebracht.“
Perspektiven für die Region Elm-Asse
Der Besuch verdeutlichte Föniger und Bosse, dass die Auseinandersetzung mit der Schachtanlage Asse II eine zentrale Zukunftsfrage für die gesamte Samtgemeinde bleibt. Neben der sicheren Rückholung der radioaktiven Abfälle rücken auch langfristige Perspektiven für die Entwicklung der Region Elm-Asse in den Fokus.
Beitragsfoto: Andrea Föniger (links) und Marcus Bosse (Mitte) mit Betriebsführer Guido
