Für den Baumarkt in Wolfenbüttel gibt es offenbar keine Zukunft unter der Marke HELLWEG. Nachdem im Investorenprozess keine Übernahmelösung für den Standort gefunden wurde, hat nun der Räumungsverkauf begonnen.
Jetzt geht es ans Ausräumen: Seit Montag, den 7. September, läuft in Wolfenbüttel der Räumungsverkauf. Überall im Markt weisen große, bunte Schilder auf die reduzierten Preise und die bevorstehende Schließung hin. Das gesamte Sortiment ist reduziert.
Auch in zwei weiteren niedersächsischen HELLWEG-Märkten ist der Abverkauf gestartet. Betroffen sind dabei die Standorte in Langenhagen und Bad Nenndorf.
Markt bleibt zunächst geöffnet
Trotz des gestarteten Räumungsverkaufs ist der HELLWEG-Markt an der Schweigerstraße in Wolfenbüttel vorerst weiterhin geöffnet. Ein konkretes Schließungsdatum nennt das Unternehmen in der aktuellen Mitteilung nicht.
Für Kunden und Beschäftigte bleibt damit die Frage offen, wie lange der Standort noch bestehen wird. Denn während der Abverkauf des Warenbestands bereits läuft, fehlt weiterhin eine Perspektive für die Zukunft des Marktes.
Wolfenbüttel gehört zu den Märkten ohne Lösung
HELLWEG teilte im August mit, dass mehrere Standorte einen Investor gefunden haben. Wolfenbüttel gehörte jedoch nicht dazu, weshalb es für diesen Markt weiterhin keine Perspektive gibt.
Die unklare Zukunft stellt auch die Beschäftigten vor eine schwierige Situation. Weil derzeit niemand weiß, für welche der noch offenen Märkte sich noch eine Lösung findet, sprach HELLWEG vorsorglich Kündigungen aus.
„Die vorsorglichen Kündigungen sind notwendig, um angesichts des laufenden Verfahrens für alle Beteiligten die erforderliche Planungssicherheit zu schaffen.“
Co-Sanierungsgeschäftsführer Dr. Karl-Friedrich Curtze.
Gleichzeitig liefen die Bemühungen um weitere Übernahmen weiter. Ob sich dadurch noch eine Perspektive für den Standort in Wolfenbüttel ergibt, bleibt offen.
Zentrale in Dortmund wird geschlossen
Eine bittere Nachricht gibt es trotz der positiven Aussichten für viele Märkte: HELLWEG will die bisherige Unternehmenszentrale in Dortmund schließen. Auch BayWa Bau & Garten gibt seine Zentrale in Garching auf. Davon sind rund 340 Beschäftigte betroffen.

„Der Investorenprozess hat gezeigt, dass es ein ernsthaftes Interesse an unserem Filialgeschäft und konkrete Perspektiven für wesentliche Teile unserer Märkte und der Belegschaft gibt.“ Restrukturierungsgeschäftsführer Prof. Dr. Gerrit Hölzle. „Unsere Aufgabe ist es deshalb jetzt, eine Lösung umzusetzen, die möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze erhält und zugleich wirtschaftlich tragbar ist.“
Geschäftsbetrieb zunächst gesichert
Für die kommenden Monate ist die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs gesichert. Auch die Gehälter sollen bis einschließlich November 2026 gezahlt werden können, selbst für Beschäftigte an Standorten, für die es noch keine Übernahmelösung gibt.
„Wir wissen, dass diese Situation insbesondere für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großer Unsicherheit verbunden ist.“ Restrukturierungsgeschäftsführer Dr. Karl-Friedrich Curtze. Zugleich dankte er den Beschäftigten für ihren Einsatz, durch den der Geschäftsbetrieb trotz des Verfahrens stabil gehalten worden sei.
Beitragsbild: In der HELLWEG-Filiale in Wolfenbüttel hat der Räumungsverkauf gestartet. Fotos: Paula Haase, Stock
