Sechs Bewerber waren angetreten, zwei sind noch im Rennen: Wer auf Königslutters langjährigen Bürgermeister Alexander Hoppe an der Spitze der Stadt nachfolgt, entscheidet sich erst per Stichwahl am Sonntag, den 27. September.
Bei der Erstwahl am vergangenen Sonntag erreichte kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit. Auch ein neuer Landrat für den Kreis Helmstedt konnte bisher nicht ermittelt werden.
Mehrere Wahlen gebündelt an einem Tag
Die Bürger hatten bei der niedersächsischen Kommunalwahl gleich mehrere Entscheidungen zu treffen. Neben dem Bürgermeister wurden der Stadtrat und die örtlichen Vertretungen neu gewählt. Hinzu kamen auf Kreisebene die Wahl des Kreistages und die Direktwahl des neuen Landrates für den Landkreis Helmstedt.
Wer in die neue kommunale Wahlperiode am 1. November tritt, die erstmals für acht Jahre gilt, entscheidet sich also erst per Stichwahl am 27. September.
Insgesamt sechs Bürgermeisterkandidaten
Bei der Bürgermeisterwahl setzte sich Marc Schneider (CDU) mit 33,9 Prozent zunächst deutlich an die Spitze. Mit 23 Prozent – und damit nur 0,7 Prozentpunkten mehr als sein Kontrahent Tobias Stritzke (SPD) – konnte sich der parteilose Sascha Kühne auf den Stichwahlzettel bringen.
Oliver Schmidt (UWG, 9 Prozent), Rainer Stark (parteilos, 7,8 Prozent) und Dietmar Schinke-Kolbe(parteilos, 4 Prozent) konnten die Wähler, die insgesamt eine ordentliche Wahlbeteiligung von 69,5 Prozent erreichten, nicht überzeugen.
In der Samtgemeinde Nord-Elm zeigt sich ein ähnliches Bild, indem Andreas Kühne (41,9 Prozent) und Petra Sydow (41,6 Prozent) mit ihren Stimmen nur knapp auseinanderliegen und sich in der Stichwahl wieder begegnen.
Wähler für die Stichwahl erneut mobilisieren
Für die Stichwahl in Königslutter stellt sich die Frage, ob das hohe Wahlniveau gehalten werden kann, denn gerade zweite Wahlgänge leben davon, dass beide Kandidaten ihre bisherigen Unterstützer erneut mobilisieren und gleichzeitig um die Stimmen der ausgeschiedenen Bewerber werben.


„Natürlich bin ich begeistert darüber, dass ich knapp 3.000 Stimmen im ersten Wahlgang erhalten habe“, sagt Marc Schneider. Er wünscht sich, dass er den bisherigen gemeinsamen Weg mit den anderen Parteien fortsetzen kann. „Ich sehe mich in erster Linie als Königslutteraner, der bereit ist, alles für seine Stadt zu geben, eine gute Anbindung zwischen Kernstadt und Ortschaften, in der Menschen gerne leben, Familien bleiben und Unternehmen investieren.“
Zusammenarbeit zwischen den Parteien wichtig
Für Sascha Kühne hat das Ergebnis eine ganz besondere Bedeutung: „Ich war rund 15 Jahre Mitglied einer Partei und habe mich ganz bewusst entschieden, bei dieser Bürgermeisterwahl parteiunabhängig anzutreten. Dass ich nun als parteiloser Kandidat den Einzug in die Stichwahl geschafft habe und dabei auch knapp vor dem Kandidaten meiner früheren Partei liege, zeigt mir, dass meine Kandidatur Menschen über klassische Parteigrenzen hinweg erreicht.“
Eine Woche bleibt beiden nun für einen nochmals verdichteten Wahlkampf. Inhaltlich dürfte es weniger darum gehen, völlig neue Programme vorzulegen, als vielmehr Unterschiede deutlich zu machen und auch jene Bürger anzusprechen, deren bevorzugter Kandidat ausgeschieden ist.
Motivierte Verwaltung und beteiligte Bürger den Kandidaten wichtig
„Eine motivierte Verwaltung ist die Grundlage dafür, die anstehenden Aufgaben schnell und verlässlich zu lösen“, so Schneider und nennt vor allem Punkte aus dem Bildungswesen als wesentlichen Baustein seines weiteren Wahlkampfes. „Dazu gehören für mich drei konkrete Schwerpunkte: Zunächst muss der Bebauungsplan für das neue Gymnasium am Rieseberger Weg zügig auf den Weg gebracht werden. Bei der Driebe-Grundschule möchte ich die aktuelle Raumnot als Chance für eine zukunftsfähige Campus-Lösung nutzen. Und der Kindergartenneubau in Bornum muss schnell umgesetzt werden. Gleichzeitig gilt es, die Verlässlichkeit der Krippen- und Kindergartenbetreuung insgesamt zu verbessern.“
Stichwahl bestimmt Nachfolge von Alexander Hoppe
„Das Wichtigste vorweg“, so Kühne. „Ich wünsche mir, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger am 27. September von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Mein Ziel ist es, Königslutter über Parteigrenzen hinweg zusammenzubringen. Deshalb werbe ich am 27. September um das Vertrauen all derjenigen, die sich eine kompetente, unabhängige und ansprechbare Führung unserer Stadt wünschen.“
Der Sieger wird zum 1. November die Nachfolge von Alexander Hoppe (SPD) antreten. Hoppe hatte bereits Ende 2024 erklärt, nach seiner zweiten Amtszeit nicht noch einmal kandidieren zu wollen. Nach insgesamt rund 15 Jahren an der Rathausspitze endet damit eine lange Ära in Königslutter.
Auch beim Landrat fällt die Entscheidung später
Nicht nur die Stadt bekommt eine neue Spitze, auch im Landkreis Helmstedt steht ein Wechsel an. Im ersten Wahlgang zur Landratswahl erreichte Malte Schneider (SPD) 37,7 Prozent. Torsten Wendt (CDU) folgte mit 25,3 Prozent. Tobias Stober (AfD) erhielt 19,4 Prozent, der parteilose Martin Klein 17,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag kreisweit bei 66,0 Prozent. Schneider und Wendt gehen damit ebenfalls am 27. September in die Stichwahl.
Fest steht bereits, wen der spätere Sieger ablösen wird: Die Amtszeit von Landrat Gerhard Radeck endet am 31. Oktober 2026. Der Landkreis hat dies bereits im vergangenen Jahr offiziell bekannt gemacht. Sein Nachfolger – Schneider oder Wendt – übernimmt anschließend für acht Jahre die Leitung der Kreisverwaltung.
Ablauf gleich zum ersten Wahlgang
Für die Wähler heißt das: Am 27. September geht es erneut an die Urnen. Bei der Stichwahl stehen jeweils nur noch die beiden bestplatzierten Kandidaten zur Auswahl. Hier gilt: Wer nun die meisten Stimmen erhält, ist gewählt.
Für die Wahl vor Ort benötigen Wähler Ihren Personalausweis oder Reisepass. Wer per Briefwahl wählt, kann neue Unterlagen bei der Gemeinde beantragen, wenn er nicht bei der ersten Briefwahl schon die Zusendung von Unterlagen im Falle einer Stichwahl per Kreuz beantragt hatte. Die Wahllokale sind grundsätzlich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Beitragsbild: Bei der Stichwahl entscheiden die Bürger, wer das Rathaus leiten wird. Foto: Archiv/ Weinmann
