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Ein nackter Mann wird tot in einem Brunnen in Braunschweig gefunden. Ein Unfall unter Drogen war es im neuesten Buch von Hermann Lühr nicht.

Märchentod in Braunschweig im neuen Roman von Hermann Lühr

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 20. Februar 2026, 13:49 Uhr

Ein nackter Mann wird tot in einem Brunnen in Braunschweig gefunden. Ein Unfall unter Drogeneinfluss war es nicht, wie die Polizei vor Ort schnell herausfindet. Wie er und warum dorthin gekommen ist, lösen in Hermann Lührs Buch Märchentod das Ermittlerduo Kriminalhauptkommissar Wolfgang Stein und Kriminalkommissarin Inka Flamm.

Der neueste Roman des Schöninger Autors ist Lührs erster reiner Krimi, wie er im Gespräch erzählt. Seine vorherigen Bücher seien eher in den Genres Fantasy und Science Fiction zu verorten, hätten aber häufig Krimi-Elemente.

„Jetzt habe ich mir gedacht: Versuchst du mal, nur einen Kriminalroman zu schreiben“, sagt er. „Und weil mir das dann irgendwie zu langweilig war, sein einen ganz 08/15 Krimi zu schreiben, habe ich das mit einem Märchen verbunden.“

Spaß am Schreiben wichtig für Durchhaltevermögen

Der Spaß am Schreiben ist Lühr bei der Arbeit wichtig. Von der ersten Idee bis zum fertigen Buch vergehen mehrere Jahre, ohne Freude daran halte man das nicht durch, findet er. Bei seinem aktuellen Roman waren es zwei Jahre.

Wirklich Vollzeit schreiben kann der Schöninger, seitdem er in Rente ist. Gelernt hat der Schöninger Industriegraveur. „Früher musste man alles, was man gedruckt hat, einen Stempel haben, der die Vorlage spiegelt. Das musste alles graviert werden und dann wurde alles abgepresst“, erklärt er.

Mit 42 orientierte sich Lühr beruflich um. Der Beruf des Industriegraveurs wurde mit technischem Fortschritt irgendwann obsolet. Bis zu seinem Renteneintritt 2016 arbeitete Lühr dann als examinierter Altenpfleger.

Kulturschock und neues Hobby

Schreiben begleitet den Schöninger seit den 70er-Jahren. 1971, da war Hermann Lühr gerade 18, zog er mit seinen Eltern aus Duisburg zurück ins Braunschweiger Land. „Das war ein Kulturschock“, erinnert er sich. In der Großstadt im Ruhrpott am Rhein hatte die Familie an einer großen, mehrspurigen Straße gewohnt. Im Landkreis Wolfenbüttel lebten sie im Grünen in Hedeper.

Ohne Führerschein sei das Fortkommen schwierig gewesen. „Da gab es aber noch unten einen Bahnhof. Man konnte mit dem Schienenbus fahren“, erzählt Lühr.

So kam er dann zum Schreiben. Er bildete sich parallel zu seinem Alltag über eine Fernuni noch weiter, um seine Grammatikkenntnisse aufzubessern. „Ich hatte ja nur Grundschulbildung gehabt damals, ich bin ja mit 14 in die Lehre gegangen.“

Umgesetzter Lebenstraum

Angefangen hat Hermann Lühr mit Gedichten und kurzen Geschichten. Einige von ihnen wurden auch in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht. Damals gab es in mehreren regionalen Zeitungen noch Geschichtsseiten in der Wochenendausgabe. „Das erste Mal war das in der Goslarschen Zeitung“, sagt der Schöninger zurückblickend. „Dafür hat man sogar Honorar bekommen.“ Kurzgeschichten und Gedichte haben ihn dann auch über den Jobwechsel hinweg begleitet. Für mehr habe oft die Zeit gefehlt im Arbeitsalltag mit Kindern.

Nach dem Jahrtausendwechsel wagte sich Lühr an größere Projekte. „Dann habe ich mir gedacht, ehe ich jetzt das ganze Leben sage, schade, dass kein Buch von mir rausgekommen ist“, schreibe er jetzt auch eines. Herausgekommen ist sein erster Roman, die Kristallpyramide, 2008. Verlegt hat er es über den Selfpublishingverlag „Books on Demand“ (Bod).

Lühr veröffentlicht seine Bücher immer noch selbst. Einen Verlagsvertrag hat er zwar für sein zweites Buch bekommen, der Verlag sei dann aber pleite gegangen. Deswegen ist er dann bei der eigenständigen Veröffentlichung geblieben. Damit kümmert er sich auch um die Cover selbst. Das Cover von Märchentod hat er sogar selbst gestaltet.

Beitragsbild: Hermann Lühr hat 2026 seinen ersten Kriminalroman veröffentlicht. Foto: Sophie Weinmann

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