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Die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II wird sich weiter verzögern. Grund ist ein zentrales Bauprojekt: der neue Schacht Asse 5.

Rätsel um die Asse: Neue Spalte verändert den Weg des Salzwassers

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26. August 2026, 14:29 Uhr

Neue Untersuchungen in der Schachtanlage Asse II haben wichtige Erkenntnisse über den Weg des eindringenden Salzwassers geliefert. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat deshalb ihre bisherigen Vorstellungen über die Fließwege der Lösung angepasst.

Die wichtigsten Informationen im Überblick:

  • Neue Spalte entdeckt: In der Asse wurde auf der 658-Meter-Ebene eine lösungsführende Spalte gefunden. Sie gilt nach neuen Erkenntnissen der BGE als entscheidender Fließweg für das eindringende Salzwasser.
  • Salzwasser hat seinen Weg verändert: Der Salzlösungsstrom fließt inzwischen an der früheren Hauptauffangstelle vorbei. Seit die BGE die Lösung direkt an der Spalte auffängt, können dort wieder rund 12,5 Kubikmeter täglich gefasst werden.
  • Weitere Untersuchungen nötig: Die neuen Erkenntnisse führen dazu, dass die BGE ihre bisherigen Modelle zum Salzwasserfluss anpassen musste. Welche Auswirkungen das auf die weitere Planung und die Rückholung der radioaktiven Abfälle hat, ist derzeit noch offen.

Im Mittelpunkt steht eine lösungsführende Spalte, die bei Erkundungs- und Sanierungsarbeiten auf der 658-Meter-Ebene entdeckt wurde. Nach Einschätzung der BGE handelt es sich dabei um den entscheidenden Fließweg für die weiterhin an Steinsalz gesättigte Salzlösung.

Erfahren Sie mehr über die Lage in der Schachtanlage Asse und die Herausforderungen bei der Rückholung radioaktiver Abfälle.

Salzwasser fließt nicht mehr zur alten Auffangstelle

Besonders relevant ist dabei die Entwicklung an der ehemaligen Hauptauffangstelle. Dort war die Menge der gefassten Salzlösung seit 2024 deutlich zurückgegangen und schließlich auf null gesunken.

Der Grund liegt nach den neuen Erkenntnissen offenbar in der entstandenen Spalte: Der Salzwasserstrom hat sich verlagert und fließt inzwischen an der früheren Auffangfolie vorbei.

„Bisher gingen unsere Modellvorstellungen davon aus, dass sich die in die Asse eindringende Salzlösung durch kleine Risse im aufgelockerten Salzgestein langsam nach unten bewegt.“ Dr. Ralf Holländer, Abteilungsleiter Geowissenschaften bei der BGE, erklärt, dass diese Annahme nun angepasst werden müsse. „Wir können heute davon ausgehen, dass die im Abbau 3/658 angetroffene Spalte der entscheidende Fließweg für die weiterhin an Steinsalz gesättigte Salzlösung ist.“

In der Umgebung besteht Widerstand gegen die Zwischenlagerung und den Umgang mit dem Müll.

Wieder mehr Lösung auf der 658-Meter-Ebene

Seit die BGE die Salzlösung direkt an der Spalte auffängt, können dort wieder rund 12,5 Kubikmeter pro Tag gefasst werden. Auf den darunterliegenden Ebenen gingen die Mengen dagegen wieder auf das frühere Niveau von etwa 0,5 Kubikmetern täglich zurück.

Wie und wann sich die Spalte gebildet hat, ist bislang nicht geklärt. Ihre Form und Oberfläche deuten laut BGE auf Fließprozesse der Salzlösung und damit verbundene Materialabtragung hin. Dadurch könnte sich der Verlauf der Spalte künftig verändern.

Weitere Untersuchungen notwendig

Welche konkreten Folgen die neuen Erkenntnisse für die Schachtanlage Asse II haben, lässt sich derzeit noch nicht belastbar sagen. Die BGE plant deshalb weitere Erkundungen.

Beitragsbild: Die BGE musste die Modellvorstellungen über den Salzwasserzutritt anpassen. Foto: Stock

Ein Kommentar

  1. Was bedeutet dies ab sofort für die erforderliche Rückholung?
    Ist der BGE auch inzwischen bekannt woher die täglichen ca 12.000 Liter Wasser herkommen?
    Wie hoch ist die aufgefangene Wassermenge kontaminiert?
    Wo verbleibt die aufgefangene Wassermenge?

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