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Ratten in Wolfenbüttel: Nach deutlichen Worten im Stadtrat gibt die Stadt jetzt Entwarnung sowie Tipps zur Bekämpfung und Vorbeugung.

Rattenproblem in Wolfenbüttel? Stadt setzt auf Prävention

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 4. September 2026, 15:06 Uhr

Das Rattenproblem in Wolfenbüttel sorgte im Stadtrat vor einigen Monaten noch für deutliche Worte vom Bürgermeister Ivica Lukanic (parteilos). Die Rede war von einem „eklatanten Problem“ und einem regelrechten „Phänomen“.

Inzwischen klingt die Einschätzung aus dem Wolfenbütteler Rathaus deutlich nüchterner: Die Situation habe sich nicht weiter zugespitzt.

Viele Sichtungen im Frühsommer

Das Thema war im Juni im Rat der Stadt aufgekommen. Aus mehreren Ortsteilen hatten Bürger von Rattensichtungen berichtet, woraufhin die CDU-Fraktion die Hinweise der Bürger aufgegriffen und nach Unterstützung durch die Stadt gefragt hatte.

Bürgermeister Ivica Lukanic kündigte damals an, die Ursachen genauer untersuchen zu wollen.

Keine Verschlimmerung festgestellt

Gut zwei Monate später fällt die Bilanz anders aus: Eine konkrete Ursache für das Auftreten der Tiere lasse sich nicht zuverlässig bestimmen, erklärt Pressesprecher Thorsten Raedlein.

Stadt, Grundstückseigentümer und ein beauftragter Schädlingsbekämpfer hätten Maßnahmen ergriffen. Der Fachbetrieb spreche von einem normalen Befallsgeschehen – nicht von einem außergewöhnlichen Rattenproblem.

Die Stadtverwaltung verweist zugleich darauf, dass sich die Situation zuletzt nicht weiter verschärft habe.

Maßnahmen zeigen Wirkung

Im Ortsteil Leinde war der beauftragte Schädlingsbekämpfer von Mai bis Mitte Juni entlang der Kreisstraße 43/45 im Einsatz. Die unternommenen Maßnahmen des Experten zeigten schnell Wirkung: Die Rattenaktivität ging zurück, sodass die aufgestellten Fallen wieder entfernt werden konnten.

Auch aus der Crammer Straße gab es Anfang Juni eine Meldung. Die Stadt informierte die Eigentümerschaft über die notwendigen Maßnahmen, anschließend kamen auch dort Fallen zum Einsatz.

Im Wohngebiet „Am Okerufer“ in der Innenstadt hatten Anwohner Ende April Ratten auf privaten und öffentlichen Flächen gesichtet. Bei seinen Kontrollen kam der Experte allerdings zu der Einschätzung, dass der Befall dort im üblichen Bereich lag.

Eigentümer sind grundsätzlich selbst zuständig

Laut der niedersächsischen Verordnung zur Rattenbekämpfung liegt die Verantwortung im Falle eines Rattenbefalls zunächst bei den jeweiligen Grundstücksbesitzern.

Bleiben private Maßnahmen jedoch erfolglos, können sich Bürger an die Stadt wenden. Die Verwaltung beauftragt dann ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen. Auf diese Weise will die Stadt Wolfenbüttel betroffene Eigentümer unterstützen.

Vorbeugung soll Ratten fernhalten

Im Umgang mit Ratten seien präventive Maßnahmen aber entscheidend und effektiver: „Ratten siedeln sich vorwiegend dort an, wo sie optimale Bedingungen zur Vermehrung sowie leicht zugängliche Nahrungsquellen vorfinden“, erläutert Thorsten Raedlein.

So ist es hierbei sinnvoll, den Tieren möglichst wenig Nahrung und Unterschlupf zu bieten. Die Stadt rät deshalb unter anderem, vorübergehend auf Vogelfütterungen zu verzichten und keine gekochten oder tierischen Essensreste auf dem Kompost zu entsorgen. Auch Tierfutter für Nutz- und Haustiere sollte nachts sicher verschlossen werden.

Ein sauberes und müllfreies Grundstück kann insgesamt dazu beitragen, Ratten gar nicht erst anzulocken. Dies beträfe nicht nur das Eigene, sondern auch die benachbarten Areale.

Bei Sichtungen schnell reagieren

Treten trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen Ratten auf, sollte möglichst früh gehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wie es von der Stadt heißt.

Zur Bekämpfung können Schlag- oder Lebendfallen aufgestellt oder stark riechende Duftstoffe wie Eukalyptus-, Minz- oder Nelkenöl sowie Katzenstreu auf den Laufwegen der Tiere verteilt werden.

Reichen diese eigens getroffenen Maßnahmen dennoch nicht aus, empfiehlt die Stadt Wolfenbüttel die Unterstützung durch einen professionellen Schädlingsbekämpfer.

Was bei einer Rattensichtung wichtig ist

Wer eine Ratte entdeckt, sollte sich zunächst ruhig verhalten. Die Tiere sind in der Regel scheu und greifen Menschen normalerweise nicht an. Trotzdem sollte man sie weder in die Enge treiben noch versuchen, sie mit bloßen Händen zu fangen, rät die Stadtverwaltung Wolfenbüttel.

Besondere Vorsicht sei hingegen bei Rattenkot geboten, da wegen möglicher Krankheitserreger direkter Kontakt unbedingt vermieden werden sollte.

Beitragsbild: Ratten sind in Wolfenbüttel momentan viel unterwegs. Foto: Stock

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