Nach dem ersten Wahlgang gehen die beiden Kandidaten Jan Fricke und Martin Baumbach mit dem höchsten Zuspruch am Sonntag, den 27. September, in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Schöningen. Auch auf Landkreisebene muss die Stichwahl entscheiden, wer für acht Jahre neuer Landrat wird.
Räte und Kreistag neu besetzt
Bei der Kommunalwahl am 13. September ging es für die Schöninger um viel. Die Wahl um Bürgermeisteramt war nur eine der Entscheidungen, die Bürger treffen mussten. Neu gewählt wurden auch der Stadtrat sowie auf Kreisebene Kreistag und Landrat.


Gerade bei den Direktwahlen blieb die ganz große Entscheidung jedoch aus: Sowohl beim Bürgermeister als auch beim Landrat erreichte kein Kandidat mehr als die Hälfte, also die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen.
Im Rennen um das Bürgermeisteramt erreichte Jan Fricke (SPD) mit 31,0 Prozent der Wählerstimmen den besten Wert. Martin Baumbach (CDU) folgte ihm mit 23,7 Prozent der Wählerstimmen als Gegenkandidat auf den Stichwahlzettel.
Vier Kandidaten aus dem Rennen um das Bürgermeisteramt
Nur knapp verfehlt hatte die Stichwahl Attila Orban mit 21,9 Prozent, der für die AfD ins Rennen gegangen war. Die parteilosen Bewerber Sven Linke (8,4 Prozent), Detlef Künne (7,7 Prozent) und Jens Kuntze (7,3 Prozent) haben ebenso keine Chancen mehr auf das Bürgermeisteramt.
Für die Samtgemeinde Heeseberg allerdings fiel das Ergebnis deutlich aus, indem sich Philipp Ralphs (CDU) mit 54,6 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit sicherte.
Geringe Wahlbeteiligung in Schöningen
Die Wahlbeteiligung in Schöningen lag bei 61,0 Prozent. Damit blieb Schöningen deutlich unter den Werten der Bürgermeisterwahl in Königslutter und der Samtgemeindebürgermeisterwahl in Elm-Asse. Fast vier von zehn Wahlberechtigten machten von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch.
Gerade für die Stichwahl steckt darin erhebliches Mobilisierungspotenzial. Wer zusätzlich zu den eigenen bisherigen Unterstützern Nichtwähler oder Wähler ausgeschiedener Bewerber erreicht, könnte die Kräfteverhältnisse noch deutlich verändern.
Stichwahlkandidaten mit verschiedenen Ansätzen
Jan Fricke entschied Wahlgang eins für sich, blieb aber weit hinter der absoluten Mehrheit. Dennoch zeigt er sich sehr zufrieden: „Es ist für mich ein starkes Ergebnis. Ich habe damit das größte Vertrauen der Wählerinnen und Wähler erhalten, wofür ich sehr dankbar bin. Gerade bei sechs Kandidaten mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten ist dieses Ergebnis für mich ein guter Etappensieg. Es zeigt, dass mein Angebot bereits eine breite Unterstützung findet. Dennoch sehe ich den klaren Auftrag für die Stichwahl, weiter um Vertrauen zu werben, zuzuhören und auch diejenigen zu überzeugen, die mich im ersten Wahlgang noch nicht gewählt haben. Die Ausgangslage ist gut. Entschieden ist die Wahl aber noch nicht.“
Martin Baumbach, geht zuversichtlich in die Stichwahl: „Das Ergebnis zeigt, dass sich viele Menschen in Schöningen Veränderung wünschen. Mit der neuen Wahl möchte ich diejenigen überzeugen, die zunächst einem anderen Kandidaten ihre Stimme gegeben haben. Ich stehe für einen echten Neuanfang im Rathaus – pragmatisch und mit offenem Ohr für die Menschen.“
Kandidaten werben parteiübergreifend für Stimmen
Die Ausgangslage ist dabei spannend. Zusammen erhielten die vier ausgeschiedenen Bewerber mehr Stimmen als jeder der beiden Stichwahlteilnehmer für sich. Entsprechend wichtig dürfte werden, wen Fricke und Baumbach in den kommenden zwei Wochen über ihr bisheriges Lager hinaus ansprechen können.
Jan Fricke: „Mir ist wichtig zu zeigen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität zusammengehören. Dazu gehören gute Perspektiven für Unternehmen und Arbeitsplätze ebenso wie eine verlässliche medizinische Versorgung und ein starkes Kultur-, Freizeit-, Sport-, und Vereinsleben. Genauso wichtig sind mir mehr Bürgerbeteiligung und transparente Entscheidungen. Ich möchte die Menschen mitnehmen und gemeinsam Schöningen nach vorn bringen. Damit möchte ich auch jene überzeugen, die bisher nicht für mich gestimmt hatten.“
Die erste Amtshandlung hat Baumbach im Falle seiner Wahl schon klar vor Augen: „Zunächst schauen wir, wo es in der Verwaltung gut läuft und wo wir optimieren könnten. Gleichzeitig will ich früh das Thema ärztliche Versorgung angehen und Gespräche mit Ärzten, Kassenärztlicher Vereinigung und weiteren Partnern führen. Die Menschen sollen schnell merken, dass neue Impulse gesetzt und Themen konsequent angepackt werden.“
Gewinner folgt auf Schneider – einen Landratskandidaten in der Stichwahl
Der Gewinner tritt zum 1. November eine achtjährige Amtszeit an und folgt auf Malte Schneider, der bereits frühzeitig eine weitere Amtszeit im Rathaus ausgeschlossen hatte. Stattdessen bewirbt er sich nun um die Spitze des Landkreises Helmstedt – und hat mit dem ersten Wahlergebnis noch einen prozentualen Vorsprung.
Malte Schneider den ersten Schritt auf dem Weg zum Landrat geschafft. Bei der Landratswahl erreichte er als SPD-Kandidat 37,7 Prozent und lag damit vor Torsten Wendt (CDU) mit 25,3 Prozent.
Tobias Stober (AfD, 19,4 Prozent) und Martin Klein (parteilos, 17,6 Prozent) scheiden aus dem weiteren Wahlvorgehen aus. Kreisweit lag die Wahlbeteiligung bei 66,0 Prozent. Da auch Schneider die absolute Mehrheit verfehlte, heißt es am 27. September erneut Schneider gegen Wendt.
Ähnlicher Ablauf wie beim ersten Durchgang
Gewinnt Malte Schneider diese Stichwahl, würde der bisherige Schöninger Bürgermeister somit unmittelbar auf die Kreisebene wechseln. Unabhängig vom Ausgang endet zugleich die Amtszeit des bisherigen Landrates Gerhard Radeck am 31. Oktober.
Für die Wähler heißt das: Am 27. September geht es erneut an die Urnen. Bei der Stichwahl stehen jeweils nur noch die beiden bestplatzierten Kandidaten zur Auswahl. Hier gilt: Wer nun die meisten Stimmen erhält, ist gewählt.
Für die Wahl vor Ort benötigen Wähler Ihren Personalausweis oder Reisepass. Wer per Briefwahl wählt, kann neue Unterlagen bei der Gemeinde beantragen, wenn er nicht bei der ersten Briefwahl schon die Zusendung von Unterlagen im Falle einer Stichwahl per Kreuz beantragt hatte. Die Wahllokale sind grundsätzlich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Beitragsbild: Ende September müssen die Wähler in Schöningen und Umgebung noch einmal wählen. Foto: Stock
