Der 1. September läutet den meteorologischen Herbstanfang ein – nun werden die Tage wieder kürzer und das Wetter kälter und nasser. Das hat auch Auswirkungen auf die Straßenverhältnisse im Landkreis Wolfenbüttel. Darauf sollten Autofahrer jetzt achten:
- Drei Grundregeln beachten: mehr Abstand halten, Geschwindigkeit reduzieren, Licht einschalten
- Aufmerksam bei Regen und Laub: Gas wegnehmen, auskuppeln, vorsichtig gegenlenken und bremsen
- Für eine klare Sicht: auf saubere Scheiben achten und Wischerblätter kontrollieren
- Wichtig: Aufmerksam sein und mit Fehlern anderer rechnen
Rutschige Straßen durch Laub und Ernte
Eine der wichtigsten Regeln bei unübersichtlichen oder gar gefährlichen Situationen im Straßenverkehr, besonders bei Herbstwetter, lautet: langsamer fahren und Abstand vergrößern.
Denn auf einer nassen Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg deutlich. Kommt zusätzlich heruntergefallenes Laub hinzu, kann die Straße überraschend rutschig werden. Ebenso können Feldfrüchte und Erntefahrzeuge von der aktuellen Herbsternte im Landkreis zu weiteren Gefahrenquellen werden.
„Diese Fahrzeuge haben oft Überbreiten und Überlängen. Überholen Sie diese Fahrzeuge nur mit besonderer Vorsicht. Rechnen Sie bei stehenden Fahrzeugen mit Personen in der Nähe.“, erklärt die Polizei Wolfenbüttel.
Mehr Abstand, weniger Tempo
Der ADAC empfiehlt unter anderem die Zwei-Sekunden-Regel beim Sicherheitsabstand. Nach dieser sollte man selbst erst zwei Sekunden nach dem vorausfahrenden Auto einen beliebigen Punkt am Straßenrand erreicht haben.
Gerät das Fahrzeug dennoch ins Rutschen, heißt es: Gas wegnehmen, auskuppeln und vorsichtig gegenlenken. Eine Vollbremsung sollte nur erfolgen, wenn sich das Auto anders nicht mehr kontrollieren lässt.
Bei stürmischem Wetter sollten Autofahrer auch Seitenwind nicht unterschätzen. Besonders bei höherem Tempo können kräftige Böen das Fahrzeug schnell aus der Spur bringen.
Nebel macht Straßen schwer einschätzbar
Besonders während der Dämmerung am Morgen und Abend können plötzlich Nebelbänke auftreten. Auch in dieser Situation sollten Autofahrer das Tempo reduzieren und jederzeit bremsbereit sein.
Bei Sichtweiten unter 50 Metern gilt: Der Abstand zum Vordermann sollte mindestens so groß sein wie die gefahrene Geschwindigkeit in Metern. Da die Leitpfosten am Straßenrand genau einen Abstand von 50 Metern zueinander haben, lässt sich dieser einfach bestimmen.
Die Nebelschlussleuchte darf hingegen nur bei einer Sichtweite von weniger als 50 Metern, verursacht durch Nebel, verwendet werden. Bei der Nutzung in anderen Fällen kann ein Bußgeld drohen.
Abblendlicht und saubere Scheiben für Durchblick
Nicht nur Nebel und nasses Laub erschweren die Fahrtbedingungen, sondern auch beim Licht ist jetzt besondere Aufmerksamkeit gefragt. Das Abblendlicht sollte bei schlechter Sicht besser manuell eingeschaltet werden, weil die Lichtautomatik den Nebel beispielsweise nicht immer zuverlässig erkennt.
Autofahrer sollten dabei überprüfen, „dass die Beleuchtung richtig eingestellt ist“, gibt die Polizei Wolfenbüttel als Ratschlag.
Schmutzige Scheiben, beschlagene Innenflächen und alte Wischerblätter verschlechtern die Sicht zusätzlich. Deshalb lohnt sich gerade im Herbst vor Fahrtbeginn ein kurzer Fahrzeugcheck.
Zusätzlich sollte das Laub hierbei regelmäßig entfernt werden – nicht nur von den Scheiben, sondern auch aus den Lüftungsöffnungen. Andernfalls kann die Luft nicht mehr richtig zirkulieren und beschlagene Scheiben oder feuchte Fußmatten sind dann schnell die Folge.
Winterreifen frühzeitig einplanen
Zu einer sicheren Fahrt gehört auch der rechtzeitige Reifenwechsel. Hier dient die bekannte Faustregel „O bis O“, also von Oktober bis Ostern, Autofahrern weiterhin als grobe Orientierung.
Entscheidend sind allerdings die tatsächlichen Wetter- und Straßenverhältnisse. Spätestens bei Eis, Schnee oder Schneematsch sind Winterreifen erforderlich, denn bereits ab drei Grad muss mit gefrorenen Straßen gerechnet werden.
Der Zustand der Reifen sollte vor dem Reifenwechsel überprüft werden. Der ADAC empfiehlt bei Sommerreifen mindestens 3 Millimeter Profiltiefe, bei Winter- oder Ganzjahresreifen mindestens 4 Millimeter.
Wildwechsel: erhöhte Gefahr im Herbst
Außerdem kann es in der dunklen Jahreszeit auch auf den Straßen des Landkreis Wolfenbüttel vermehrt zu unerwarteten Begegnungen mit Wildtieren kommen. Auf der Suche nach Nahrung zieht es sie mitunter auf die Fahrbahn. Für Autofahrer kann das gefährlich werden, da ein Zusammenstoß dann schnell passiert.
Die Polizei Wolfenbüttel rät deshalb, nicht abrupt auszuweichen, da man so ins Schleudern geraten und die Straße verlassen kann. „Kommt es zu einem Wildunfall, sichern Sie die Unfallstelle und rufen Sie in jedem Fall die Polizei.“, so die Hinweise der Polizei.
Auch in Bereichen ohne konkrete Warnschilder für Wildwechsel ist jederzeit Vorsicht geboten. Wer aufmerksam fährt und seine Geschwindigkeit entsprechend anpasst, kann das Risiko einer Kollision deutlich verringern.
Weitere Tipps im Straßenverkehr
Generell ist es wichtig, besonders auf Fußgänger, Radfahrer und E-Roller-Fahrer zu achten. Diese sind oft dunkel gekleidet und nur schwer erkennbar.
Zusätzlich gilt natürlich immer, Ablenkungen durch Smartphones zu vermeiden und mit dem Fehlverhalten der anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.
Beitragsbild: Autofahrer sollten bei dem Wetter im Herbst besonders vorsichtig fahren. Foto: Stock
