Die Schriftstellerin Monika Taubitz und der Breslauer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Edward Białek haben das Schlesierschild erhalten. Die Landsmannschaft Schlesien verlieh ihre höchste Auszeichnung im Rahmen einer feierlichen Zeremonie beim Heimattag in Wolfenbüttel. Gewürdigt wurden die Verdienste der beiden Preisträger um die schlesische Literatur, das kulturelle Erbe und die deutsch-polnische Verständigung.
Eine seltene Auszeichnung
Das Schlesierschild ist auf höchstens 30 lebende Träger begrenzt. Zu den früheren Geehrten zählt unter anderem Otto von Habsburg. Bei der Verleihung betonte der Bundesvorsitzende Stephan Rauhut die Bedeutung gewachsener Partnerschaften und einer offenen Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte. Die Auszeichnung beider Kulturschaffender steht zugleich für die verbindende Kraft von Literatur über nationale Grenzen hinweg.
Monika Taubitz: Erinnerungen an die verlorene Heimat
Monika Taubitz wurde 1937 in Breslau geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie teilweise in der Grafschaft Glatz, bevor sie infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen musste. Nach einer pädagogischen Laufbahn in Baden-Württemberg widmete sie sich intensiv der Literatur.

Mit mehr als 30 veröffentlichten Werken hat sie sich mit der Geschichte, Kultur und dem Verlust Schlesiens auseinandergesetzt. Ihr Roman „Durch Lücken im Zaun“ und zahlreiche Gedichte wurden ins Polnische übersetzt. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie bereits mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter den Eichendorff-Literaturpreis und den Andreas-Gryphius-Preis.
Edward Białek fördert den deutsch-polnischen Literaturdialog
Prof. Dr. Edward Białek lehrt am Institut für Germanistik der Universität Breslau. Seit Jahrzehnten widmet er sich der Erforschung und Vermittlung deutscher und schlesischer Literatur. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagiert er sich für den Nachwuchs und die deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Besonders umfangreich ist seine Übersetzungstätigkeit: Er übertrug rund 700 schlesische Gedichte ins Polnische. Zudem beschäftigt er sich unter anderem mit den Werken von Gerhart Hauptmann und Andreas Gryphius und ist als Herausgeber literarischer Veröffentlichungen tätig.
Gemeinsames Erbe, gemeinsame Zukunft
Laudator Dirk Metzig hob die Verbundenheit der beiden Preisträger mit der schlesischen Literatur hervor. Während Taubitz in Deutschland wirkt, arbeitet Białek in Breslau – im Zentrum der historischen Heimatregion.
Beitragsbild: Schriftstellerin Monika Taubitz und Literaturwissenschaftler Professor Edward Białek lasen während der Feierlichkeiten der Städtepartnerschaft. Fotos: Stadt Wolfenbüttel
